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Der Abgang des grössten OlympionikenMichael Phelps wollte schon als Teenager der beste Schwimmer der Geschichte werden. Knapp zwei Dekaden später hat der Rekord-Olympiasieger und -Weltmeister dieses Ziel mehr als erreicht. Seit Samstag ist der 27-Jährige aus Baltimore ein Exschwimmer.fest / Quelle: Si / Sonntag, 5. August 2012 / 16:53 h
«Es war eine grossartige Reise, die ich mit den Worten 'Ich habe es geschafft' zusammenfassen kann», sagte Phelps am Samstagabend nach seinem letzten Wettkampf, den er mit der US-Lagenstaffel standesgemäss als Sieger beendet hatte. «Es waren 20 Jahre mit Höhen und Tiefen. Doch ich habe alles erreicht, was ich erreichen wollte. Ich habe es geschafft, der beste Schwimmer aller Zeiten zu werden.»
Der Leistungsausweis von Phelps, der 2000 als 15-Jähriger auf der internationalen Bühne auftauchte (Olympia-Fünfter über 200 m Delfin) und ein Jahr später in Fukuoka erstmals Weltmeister werden sollte (ebenfalls 200 m Delfin), ist unglaublich. Er wird so schnell von keinem Schwimmer übertroffen werden. Dafür hat Phelps als unermüdlicher Medaillen-Hamsterer eindrücklich gesorgt. Der Amerikaner trat am Samstag als 18-facher Rekord-Olympiasieger und mit dem Rekord von insgesamt 22 olympischen Medaillen ab. 2008 in Peking hatte er in allen acht Rennen, in welchen er antrat, Gold gewonnen. Eine ebenfalls einmalige Leistung. Vier Jahre zuvor in Athen hatte er sich noch mit sechsmal Gold «begnügt». An Weltmeisterschaften gewann Phelps insgesamt 26 Titel - kaum verwunderlich, dass auch dies Rekord bedeutet. Dem ersten Weltrekord im März 2001 liess er noch 38 weitere folgen (Einzel und Staffel). Eindrückliche Reaktion Phelps, der seit dem Alter von elf Jahren von Bob Bowman trainiert wird, zeigte auch in London nochmals seine einmalige Klasse. Er bewies «Nehmer-Qualitäten», um einen Ausdruck aus der Boxersprache zu entlehnen. Nach seinem Fehlstart - er verpasste am ersten Finalabend als Vierter über 400 m Lagen erstmals seit zwölf Jahren die Medaillenplätze - blieb ihm auch in seinem zweiten Einzelrennen nur das Nachsehen. Über 200 m Delfin setzte sich am Dienstag überraschend der 20-jährige Südafrikaner Chad le Clos durch. Fast musste man befürchten, Phelps habe den rechtzeitigen Abgang verpasst. Noch am gleichen Abend aber erfolgte die Wende zurück zum Erfolg. Der 18-fache Rekord-Olympiasieger Michael Phelps. /
![]() Als Schlussschwimmer der 4x200-m-Crawlstaffel sicherte sich Phelps das erste Gold im Aquatics Centre. Am Donnerstag folgte auch das erste Einzel-Gold (über 200 m Lagen), wieder nur 24 Stunden später das zweite. Vorgestern schliesslich erfolgte der perfekte Abschied mit dem Triumph in der abschliessenden Lagenstaffel. «Es hätte kein besseres Ende geben können», so Phelps. «Die Spiele in London waren die schönsten Spiele von allen. Die Erinnerungen an diese Woche werden immer bleiben.» Keine Rückkehr Bei seiner letzten Siegerehrung kamen Phelps, der höchst selten grosse Emotionen zeigte, die Tränen. «Ich wollte mich zunächst gegen die Tränen wehren. Dann habe ich sie aber kommen lassen. Wenn es in einem solchem Moment passiert, dann soll es eben passieren. Ich fühle mich nun viel entspannter, als ich es mir je hätte vorstellen können.» Eine Rückkehr schliesst Phelps aus. «Ich habe immer gesagt, dass ich im Alter von 30 nicht mehr schwimmen will. Ich hätte wohl noch ein paar Jahre. Doch ich will nicht mehr jeden Tag vier Stunden im Pool sein. Es gibt so viel, was ich noch unternehmen will.» Der Amerikaner spricht von «faszinierenden» Orten, die er noch besuchen wolle. «Australien, Südafrika und China kommen mir in den Sinn. In all den vergangenen Jahren habe ich ja immer nur Hotels und Pools gesehen.» Daneben will sich Phelps auch seiner Stiftung vermehrt annehmen. «Und auch meine Schwimmschule ist mir wichtig.»
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