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Baby gepfändet oder Fragen, die nie gestellt werden dürftenAus Indonesien, Israel, Indien und Polen sind gemäss Spiegel Online Fälle bekannt, wo die betreffenden Krankenhäuser ein Baby erst dann herausrückten als die Eltern die Spitalrechnung beglichen hatten. Lesen Sie mehr über den Menschen als Handelsware und die Komplizenschaft der Naturwissenschafter.Regula Stämpfli / Quelle: news.ch / Mittwoch, 31. August 2011 / 12:00 h
«Sorry, wir haben ihr Baby gepfändet» wird beim Spiegel noch unter Absonderlichkeiten aufgeführt. Dabei ist das die eigentliche Logik unseres wahren Menschengeschäfts. Kinder waren schon immer eine Frage des Geldes. Die Faustregel: «Je ärmer umso mehr Kinder» gilt immer noch. Mittlerweile sind die Kinder nicht nur Teil des Wirtschaftssystem, sondern sie beginnen mehr und mehr Produktionsmittel zu werden. Sie kennen die Diskussionen über die Fortpflanzungsindustrie. Heftig wird darüber gestritten, wann das Leben als Leben bezeichnet werden darf. Während Sie und ich uns noch Gedanken machen, sind die Techniker indessen mit Siebenmeilenstiefeln vorangeschritten. Ihnen ist es doch piepegal, was sie Unmenschliches, Amoralisches etc. entwickeln. Hauptsache der Börsenwert ihres Labors, ihres Unternehmens etc. stimmt.
Das Vorrecht der Naturwissenschaftler, durch ihr Eingreifen in die Natur die ganze Welt in ihr Labor zu verwandeln, wird im Gegensatz zu Ihrem und meinem menschlichen Vorrecht, entscheiden zu dürfen, was mit der Welt passiert, nie eingeschränkt. Verstehen Sie mich richtig. Der Mensch macht die Welt. Bis vor einigen Jahrzehnten ging die Veränderung der Welt mit grösseren Freiheits- und Spielräumen für die Menschen einher. Das hat sich dank der Forschung massiv verändert. Die genetische Vorauslese, die Fixierung des Menschen auf Körpereigenschaften, die unkritische Übernahme der Menschenproduktion als homogenisierte, pasteurisierte und sterilisierte Handelsware zwingt uns noch urteilskräftige, einigermassen freie Menschen dazu, Antworten auf Fragen geben zu müssen, die wir gar nie stellen wollen.
«Ich bin unfruchtbar. Ich will aber ein Kind. Das ist im Labor leicht möglich. Ich bestelle das Kind. Es kostet. Es ist ein schmerzhafter psychischer Prozess. Es belastet meinen Körper, ich bin zum Brutkasten mutiert. Ohne Kind will ich nicht leben. Jeder Mensch hat ein Recht auf sein eigenes Kind.»
Das ginge ja alles noch. Die Ärzte, die davon schwärmen, Paare mit Reagenzkindern glücklich gemacht zu haben, gibt es ja genug.
«Wird es mich für meine falsche Wahl genetischer Merkmale mal verklagen?» / Foto: sarniebill1 Creative Commons
Paare, die von ihrem Glück erzählen auch. Zudem haben meine Kinder einige tolle Freunde, die alle Laborprodukte sind. Also, wo liegt das Problem? «Nun sieht der Arzt die Möglichkeit, unser Wunschkind noch besser, gesünder und gescheiter zu machen. PID heisst dieses Verfahren, ist in vielen Ländern illegal, doch mein Arzt macht es auch ohne Gesetzesgrundlage. Nun bin ich überfordert. Soll mein Kind die Augenfarbe meines Mannes oder meine haben? Und die Nase? Wie steht es mit der Intelligenz? Was soll ich alles untersuchen lassen, damit ich ihm die besten Voraussetzungen liefere? Wird mich das Kind für meine falsche Wahl genetischer Merkmale mal verklagen?» Wir werden als Menschen von der naturwissenschaftlichen Herrschaft ständig vor Fragen gestellt, deren Formulierung allein unsere Menschlichkeit verletzt. Wer will schon sagen: «Ich treibe ein behindertes Kind ab.» Und wer, handkehrum: «Ich will einem behinderten Kind das Leben schenken.» Sehen wir eigentlich nicht, wie pervers solche Fragen sind? In Sophie's Choice wird die nach Auschwitz transportierte Jüdin gezwungen, zu entscheiden, welches ihrer zwei Kinder überleben darf. Sie muss unter ihren Kindern auswählen, welches lebenswert ist und welches nicht. Sie schickt ihre Tochter ins Gas und rettet ihren Sohn. Doch sie wird diesen Entscheid als Mensch nicht überleben. Sie wird zu einer Antwort auf eine Frage gezwungen, die nie, nie, nie hätte gestellt werden dürfen. Sophie's Choice ist einer der grossartigsten Romane der Nachkriegszeit. Da wussten die Menschen, welch mörderische Konsequenz die biologistische Fixierung des Menschen bedeutet. Doch die Reproduktionstechnologie unserer Tage vollzieht all das, wovon die Nationalsozialisten erst einmal träumten. Sie stellt fast täglich Fragen wie in Sophie?s Choice. Die vorliegenden Leistungen der exakten Wissenschaften machen aus uns Menschen Laborratten. Nicht nur müssen wir bei der Produktion eines Kindes schon genau überlegen, was wir wollen und was nicht, sondern auch am Ende eines Lebens müssen wir mitansehen, wie der Körper auf Kosten des Geistes jahrzehntelang aufrechterhalten wird. Wir menschliche Versuchskaninchen fördern unsere Experimentierer mit unseren Steuergeldern. Aus Geisteswissenschaftlerinnen, die noch etwas auf Sprache hielten, mutieren wir zu exakten Wissenschaftlerinnen. Wir vermessen die Demokratie. Wir vermessen Literatur. Wir vermessen Poesie. Hannah Arendt meinte noch: «Es fällt schwer, nicht ironisch zu werden, wenn man sieht, wie diejenigen, die die öffentliche Meinung aller Zeiten als die unpraktischsten und unpolitischsten Mitglieder der Gesellschaft gebrandmarkt hat, sich plötzlich als die einzigen entpupppt haben... die noch zu handeln vermögen.» (Vita Activa. 413.) Ich bin schon längst nicht mehr ironisch. Der Druck, wie in Sophie?s Choice zu menschenvernichtenden Entscheiden gezwungen zu werden, steigt mit jedem unkritischen nationalen und europäischen Forschungsprogramm. Wer meinte, Positivismus, Behaviorismus seien nur wissenschaftliche Methoden, irrt gewaltig. Wer Fragen formuliert, auf welche es nur menschenfremde, unmenschliche, menschenzerstörende Antworten gibt, muss zur Verantwortung gezogen werden. Denn nur wenn die Labortechniker realisieren, dass sie nicht Wissenschaft, sondern Herrschaft betreiben, werden sie vielleicht beginnen, echte Fragen zu stellen, welche menschliche Antworten ermöglichen. ![]() UV-Beständigkeit: Ein Schlüssel für langlebige Outdoor-Werbemittel In der dynamischen Welt der Aussenwerbung spielt die Widerstandsfähigkeit gegen Umwelteinflüsse eine entscheidende Rolle. Eine der grössten Herausforderungen ist die UV-Strahlung, die Materialien im Freien stark beansprucht. Der Fokus liegt darauf, wie UV-Beständigkeit im Jahr 2026 die Langlebigkeit von Outdoor-Werbemitteln beeinflusst und welche strategischen Ansätze dabei eine Rolle spielen. Fortsetzung
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