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Froome: «Das war einer meiner härtesten Tage»Attacke und Konsolidierung - auf diese Kurzformel lassen sich aus Sicht des Gesamtleaders Christopher Froome die zwei Pyrenäen-Etappen vom Wochenende bringen. Der Brite führt vor dem ersten Ruhetag der Jubiläums-Tour mit 1:25 Minuten Vorsprung vor Alejandro Valverde.fest / Quelle: Si / Sonntag, 7. Juli 2013 / 22:11 h
Das äusserst anspruchsvolle Teilstück über 168,5 km von Saint-Girons nach Bagnères-de-Bigorre sah Daniel Martin als Sieger. Der Ire, der sich im Sprint-Duell gegen den Dänen Jakob Fuglsang durchsetzte, war am neunten Tour-Tag der neunte verschiedene Sieger. Martin, im April Sieger des Klassikers Lüttich-Bastogne-Lüttich, und Fuglsang hatten sich am letzten Anstieg rund 35 km vor dem Ziel von den sich belauernden Spitzenfahrern abgesetzt. Letzter Ire, der eine Tour-de-France-Etappe gewinnen konnte, war Martins Onkel Stephen Roche (Tour-Sieger 1987) vor 21 Jahren in La Bourboule gewesen.
Froomes heikle Momente Ob am Samstag in der Offensive als überlegener Solo-Sieger in Ax 3 Domaines oder tags darauf in der Defensive als während 130 km isolierter Leader, der zahlreiche Attacken seiner Widersacher kontern musste, Froome trat in beiden Rollen souverän auf. Der 28-jährige Brite, der letztes Jahr hinter Landsmann Bradley Wiggins schon Gesamtzweiter geworden war, hatte einige heikle Momente zu überstehen. Doch Froome erwies sich auch ohne die Unterstützung seiner Teamkollegen als Chef im Feld. Edelhelfer Richie Porte, der am Vortag als einziger Fahrer des Feldes weniger als eine Minute eingebüsste hatte, brach am Sonntag völlig ein. Der Australier verlor bis Bagnères-de-Bigorre 18 Minuten, womit er sich jeglicher Chance auf eine Podestklassierung in Paris beraubt sah. Froome bedauerte, dass er vorne auf sich alleine gestellt war, meinte aber, dass «wir vom Team Sky wie die anderen Fahrer eben menschlich sind. Meine Teamkollegen haben am Samstag enorm viel geleistet und mir geholfen, dass Gelbe Trikot zu übernehmen. Nun waren sie müde.» Es sei nichts als normal, dass man ein solches Rennen nicht immer komplett kontrollieren könne, so der Brite. «Für mich war dies einer der härtesten Tage, die ich je auf dem Velo verbracht habe.» Grossangriff von Movistar In der ersten Rennstunde der neunten Etappe reihte sich Attacke an Attacke. Zahlreiche Fahrer aus verschiedensten Teams versuchten auszureissen. Vorne Alberto Contador, kurz dahinter Christopher Froome in Gelb. / Foto: EQ Images
Movistar, die Mannschaft um Alejandro Valverde, wagte über die fünf Pyrenäen-Pässe (Portet d'Aspet, Menté, Peyresourde, Val Louron-Azet, Hourquette d'Ancizan) gar einen Grossangriff. Dieser Effort wurde aber am Ende nicht mit dem Maillot jaune belohnt. «Froome hat seine grosse Stärke gezeigt», so Valverde anerkennend, «aber immerhin haben wir Porte abhängen können. Das war wichtig.» Der Spanier fügte noch an, dass «noch viele Tage bleiben, an denen man die Tour gewinnen, oder eben auch verlieren kann.» Wieder Mut schöpfte am Sonntag auch ein anderer Favorit: Alberto Contador. «Es lief mir viel besser als am Samstag, da ging es ganz schlecht», sagte der Spanier, der nach Ax 3 Domaines fast zwei Minuten auf Froome eingebüsst hatte. Contador will die diesjährige Tour und einen möglichen dritten Gesamtsieg noch nicht aufgeben: «Froome hat mich bisher zwar beeindruckt. Doch ich bin in grossen Rundfahrten oft in der letzten Woche am stärksten. Ich hoffe, dies wird auch diesmal so sein.» In der dritten Tour-Woche lauern mit den Bergankünften auf dem Mont Ventoux und der Alpe-d'Huez sowie zwei weiteren Bergetappen noch grosse Herausforderungen auf die Fahrer. Nur noch Schweizer Duo Aus Schweizer Sicht verbleiben mit Steve Morabito, der am Sonntag als 23. mit den Spitzenfahrern ins Ziel kam, sowie Michael Albasini nur noch zwei Schweizer in der Jubiläums-Tour. Michael Schär hingegen musste die «Grande boucle» am Sonntagmorgen wegen einer Schulterverletzung aufgeben. Der Luzerner vom Team BMC war am Freitag in der siebten Etappe folgenschwer gestürzt. Am Montag steht in der dreiwöchigen Rundfahrt der erste von zwei Ruhetagen an. Ab Dienstag geht es im Nordwesten Frankreichs weiter. Die zehnte Etappe, in welcher eine Sprintankunft zu erwarten ist, führt über 197 km von Saint-Gildas-des-Bois nach Saint-Malo. Am Mittwoch folgt das Einzelzeitfahren über 33 km von Avranches nach Le Mont-Saint-Michel.
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