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Nationalrat will Alkoholwerbung erlaubenBern - National- und Ständerat bleiben uneinig, ob Fernsehwerbung für Bier und Wein in der Schweiz generell erlaubt werden soll. Mit 95 gegen 77 Stimmen befürwortete der Nationalrat einmal mehr die Liberalisierung und widersprach dem Ständerat, der ein komplettes Verbot will.sl / Quelle: sda / Mittwoch, 16. September 2009 / 16:28 h
Zurzeit ist die Werbung für Bier und Wein in der Schweiz auf allen SRG-Sendern sowie in den Schweizer-Werbefenstern von ausländischen Fernsehanbietern - wie etwa SAT 1 - verboten. Hingegen dürfen lokale Fernsehsender und die Privatradios für diese leichten Alkoholika Werbung machen.
Widerspruch zu EU-Richtlinien Diese Gesetzgebung steht im Widerspruch zur EU-Richtlinie «Fernsehen ohne Grenzen». Gemäss dieser Richtlinie unterstehen im Ausland ausgestrahlte Werbefenster einzig den Gesetzen im Lande des Senders. Da in Deutschland Werbung für Bier und Wein erlaubt ist, muss dies auch für deutsche Privatsender gelten, die Schweizer Werbefenster betreiben. Dies muss die Schweiz umso mehr, weil beide Räte bereits entschieden haben, am EU-Filmförderungsprogramm MEDIA teilzunehmen. Dies bedingt, dass die Schweiz die EU-Fernsehrichtlinie respektiert. Der Bundesrat schlug deshalb vor, das Werbeverbot zu lockern - auch für die SRG-Sender.Die Bevölkerung müsse nicht vor sich selbst geschützt oder bevormundet werden, so die Vertreter von SVP, FDP und BDP. / Foto: flickr.com/Ursinovianus
Keine Bevormundung Wie bereit im letzten Mai hielt der Nationalrat der Landesregierung in dieser Frage die Stange. Die Vertreter von SVP, FDP und BDP argumentierten, dass die Bevölkerung nicht vor sich selber geschützt und bevormundet werden müsse. Ausserdem könnten die deutschen Sender ohne spezielle Schweizer Werbefenster schon heute für leichte Alkoholika werben. Diese Werbung werde auch in der Schweiz geschaut. Das Verbot führe deshalb zu einer unsinnigen Ungleichbehandlung zwischen den ausländischen Sendern und den SRG-Kanälen. Die Vorlage geht nun ein letztes Mal in den Ständerat zurück. Die kleine Kammer nimmt sich bereits diesen Donnerstag wieder dem Thema an.
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