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Kittels vierter Streich auf der Champs-Elysées

Marcel Kittel hat zum Abschluss der 100. Tour de France noch einmal zugeschlagen. Der Deutsche gewann auf der Pariser Champs-Elysées den Sprint und damit seine vierte Etappe an dieser Rundfahrt. Der Brite Christopher Froome machte seinen Toursieg perfekt.

dap / Quelle: sda / Sonntag, 21. Juli 2013 / 22:21 h

Der Rennen um den Gesamtsieg war bereits am Samstag zu Gunsten von Froome entschieden worden, auf dem Pariser Prachtboulevard ging es "nur" noch die "Krone" des besten Sprinters. Und am Schluss kämpften mit Kittel, dessen Landsmann André Greipel und dem Briten Mark Cavendish die Favoriten um den letzten Sieg der Jubiläums-Rundfahrt. Und es war eine Zentimeter-Entscheidung: Kittel behielt die Nase knapp vorn, Greipel sorgte als Zweiter für einen deutschen Doppelsieg. Cavendish blieb nur Platz 3. Dem Slowaken Peter Sagan, der souverän zum zweiten Mal in Folge die Punktewertung gewann, blieb Platz 4. Kittel, der von seinem Argos-Team einmal mehr ideal lanciert wurde und von der Spitze aus den Schlussspurt lancierte, beendete mit seinem Sieg die Vorherrschaft von Cavendish auf der Champs-Elysées. Der Brite hatte die letzten vier Austragungen der Schlussetappe von 2009 bis 2012 jeweils für sich entschieden.

"Ich bin absolut sprachlos", freute sich Kittel nach seinem neuerlichen Coup. "Meine Beine waren heute richtig 'geil', es ist unglaublich, was gerade passiert ist", so der Deutsche, der unter anderen bereits die 1. Etappe auf Korsika für sich entschieden hatte. Deutschland war an dieser Tour mit total sechs Tageserfolgen die erfolgreichste Nation nach Etappen. Neben Kittel hatten auch Greipel und Tony Martin (im Zeitfahren) je ein Teilstück gewonnen.

Froomes Triumphfahrt

Froome kam in der Dämmerung - die Tour de France wurde wegen des Jubiläums erstmals am Abend abgeschlossen - mit einigen Sekunden Rückstand auf Kittel ins Ziel. Als er geschlossen mit seinen Teamkollegen die Linie überquerte, zeigte der 28-Jährige zum ersten Mal so richtig Emotionen. "Ein Traum geht in Erfüllung", so der Brite, der ein Jahr nach Bradley Wiggins als zweiter Fahrer seiner Nation das wichtigste Radrennen der Welt gewann. Für Froome ist es der erste Sieg an einer grossen Rundfahrt. Sein Vorsprung auf den zweitklassierten Kolumbianer Nairo Quintana betrug am Schluss 4:20 Minuten. Dritter wurde der Spanier Joaquim Rodriguez mit einem Rückstand von 5:04.

Bevor es auf der Champs-Elysées zum letzten Mal zur Sache ging, hatten sich die Fahrer auf dem ersten Teil der 133,5 km langen Triumphfahrt vom Schloss Versailles aus gebührend feiern lassen. Da der Leader auf der letzten Etappe traditionellerweise nicht mehr angegriffen wird, war die Stimmung entsprechend gelöst. Die ersten Drei der Gesamtwertung stiessen dabei für einmal nicht mit Champagner an, genehmigten sich stattdessen einen symbolischen Zug an einer "Sieges-Zigarre".

Zwei Spezialwertungen an Quintana

Die Entscheidung im Gesamtklassement war am Samstag bei der letzten Bergankunft in Annecy-Semnoz gefallen. Während Froome sein "Maillot jaune" erwartungsgemäss souverän verteidigte, gab es um die Positionen dahinter auf der 10,7 km langen Schlusssteigung das erwartete Gerangel. Denn das Quartett mit Alberto Contador (Sp), Quintana, Roman Kreuziger (Tsch) und Rodriguez hatte vor der letzten schwierigen Prüfung nur 47 Sekunden getrennt.

Als Sieger des Tages durfte sich im Skiort in den Savoyen schliesslich Quintana feiern lassen. Der erst 23-jährige Kolumbianer gewann die Etappe solo und sicherte sich damit nicht nur den 2. Rang hinter Froome in der Gesamtwertung, sondern auch die Siege in der Bergpreis-Wertung und in jener der besten Jungprofis. "Es ist ein besonderer Tag für mich, besser, als ich es mir vorgestellt hatte", sagte der Newcomer, der an seiner ersten Tour de France den grössten Erfolg in der jüngeren kolumbianisches Radsport-Geschichte realisierte - und dies ausgerechnet am Nationalfeiertag des südamerikanischen Landes.

Saxo-Tinkoff nur als Team erfolgreich

Hinter Quintana sicherte sich Rodriguez den 2. Rang in der Etappe und damit die "bronzene" Auszeichnung in der Gesamtwertung. Die Verlierer des Tages waren die Fahrer des Teams Saxo-Tinkoff: Contador, zweifacher Sieger der Tour de France (2007 und 2009) rutschte vom Podest, weil er 2:28 Minuten auf Quintana verlor. Noch mehr Zeit verlor Kreuziger, der sich ebenfalls noch Hoffnungen auf einen Podestplatz hatte machen können. Saxo-Tinkoff musste sich mit dem Sieg in der Team-Wertung abfinden. Froome, der alles überstrahlende Dominator dieser Rundfahrt, gab sich mit dem 3. Etappenrang zufrieden.

Morabito bester Schweizer

Steve Morabito schloss die Rundfahrt als bester Fahrer des schweizerisch-amerikanischen BMC-Teams auf Platz 35 (1:20:39 zurück) ab. Michael Albasini, der zweite Schweizer, der die Rundfahrt beendete, wurde 86. von 169 klassierten Fahrern. Michal Schär hatte die Rundfahrt bereits in der ersten Woche aufgeben müssen.

100. Tour de France. 20. Etappe, Annecy - Annecy-Semnoz (125 km): 1. Nairo Quintana (Kol) 3:39:04 (34,236 km/h). 2. Joaquim Rodriguez (Sp) 0:18 zurück. 3. Christopher Froome (Gb) 0:29. 4. Alejandro Valverde (Sp) 1:42. 5. Richie Porte (Au) 2:17. 6. Andrew Talansky (USA) 2:27. 7. Alberto Contador (Sp) 2:28. 8. John Gadret (Fr) 2:48. 9. Jesus Hernandez (Sp) 2:55. 10. Roman Kreuziger (Tsch), gleiche Zeit.

11. Romain Bardet (Fr) 3:01. 12. Christophe Riblon (Fr) 3:22. 13. Mikel Nieve (Sp) 3:24. 14. Daniel Moreno (Sp), gleiche Zeit. 15. Jan Bakelants (Be) 3:51. 16. Bauke Mollema (Be) 3:56. 17. Jakob Fuglsang (Dä), gleiche Zeit. 18. Michal Kwiatkowski (Pol) 4:03. 19. Daniel Navarro (Sp) 4:31. 20. Alexis Vuillermoz (Fr) 4:36.

21. Andy Schleck (Lux) 4:50. Ferner: 55. Tejay van Garderen (USA) 13:00. 56. Rui Costa (Por) 13:30. 86. Steve Morabito (Sz) 18:26. 88. Cadel Evans (Au), gleiche Zeit. 154. Michael Albasini (Sz) 26:28. - 170 gestartet, 170 klassiert.

21. Etappe, Versailles - Paris (133,5 km): 1. Marcel Kittel (De) 3:06:14. 2. André Greipel (De). 3. Mark Cavendish (Gb). 4.



Der Deutsche Marcel Kittel gewann auf der Pariser Champs-Elysées den Sprint. / Foto: EQ Images

Peter Sagan (Slk). 5. Roberto Ferrari (It). 6. Alexander Kristoff (No). 7. Kévin Reza (Fr). 8. Yohann Gene (Fr). 9. Daniele Bennati (It). 10. Murilo Antoniobil Fischer (Br).

11. Daryl Impey (SA). 12. Matthew Goss (Au). 13. Ruben Perez (Sp), alle gleiche Zeit. 14. Lars Bak (Dä) 0:04. 15. Juan José Lobato (Sp). 16. Koen de Kort (Ho). 17. Boy van Poppel (Ho). 18. Samuel Dumoulin (Fr). 19. José Rojas (Sp). 20. Egoitz Garcia (Sp), alle gleiche Zeit.

Ferner: 31. Kreuziger 0:10. 35. Contador. 48. Quintana. 55. Evans. 68. Morabito, alle gleiche Zeit. 110. Albasini 0:34. 128. Froome 0:53. - 170 gestartet, 169 klassiert.

Gesamtklassement: 1. Froome 83:56:40. 2. Quintana 4:20. 3. Rodriguez 5:04. 4. Contador 6:27. 5. Kreuziger 7:27. 6. Mollema 11:42. 7. Fuglsang 12:17. 8. Valverde 15:26. 9. Navarro 15:52. 10. Talansky 17:39.

11. Kwiatkowski 18:59. 12. Nieve 20:01. 13. Laurens Ten Dam (Ho) 21:39. 14. Maxime Monfort (Fr) 23:38. 15. Bardet 26:42. 16. Michael Rogers (Au) 26:51. 17. Moreno 32:34. 18. Bakelants 35:51. 19. Porte 39:41. 20. Schleck 41:46.

Ferner: 27. Costa 54:34. 35. Morabito 1:20:39. 39. Evans 1:30:14. 45. van Garderen 1:38:57. 86. Albasini 2:40:22.

 


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