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Kittel endschneller als Greipel

Vom Hinterrad seines Landsmanns André Greipel sicherte sich der Deutsche Marcel Kittel im Massensprint an der imposanten Seepromenade in Saint-Malo den zweiten Etappenerfolg in der diesjährigen Jubiläums-Tour.

fest / Quelle: Si / Dienstag, 9. Juli 2013 / 18:23 h

Im Gesamtklassement ergaben sich auf den 197 km von Saint-Gildas-des-Bois nach Saint-Malo unter den Spitzenfahrern keine Veränderungen. Es führt nach wie vor der Brite Christopher Froome, mit 1:25 Minuten Vorsprung vor dem Spanier Alejandro Valverde. Dritter ist der Holländer Bauke Mollema (1:44 zurück).

Marcel Kittel ist der erste Fahrer, der in der 100. Tour de France zum zweiten Mal gewinnen konnte. Zuvor hatte sich der 25-jährige Deutsche vom Team Argos-Shimano in der ersten Etappe auf Korsika durchgesetzt. Danach trug er auch für einen Tag das Maillot jaune. "Die Organisation im Team hat super funktioniert", sagte Kittel, der es als entscheidend bezeichnete, dass "ich mich ans Hinterrad von Greipel setzen konnte". Auf den letzten 50 m kam der endschnelle Ostdeutsche dann noch klar am bulligen Greipel vorbei zu seinem 13. Saisonsieg.

Heftiger Sturz

In einem "Sprint massif", wie ihn die Franzosen nennen, kommt es regelmässig zu Stürzen. In Saint-Malo kam Kittels holländischer Teamkollege Tom Veelers aufgrund eines Kontakts mit Mark Cavendish zu Fall. Der Brite, der von hinten kam und den Sturz 250 m vor der Ziellinie durch eine Berührung mit dem linken Ellbogen provozierte, wäre auch ohne diesen Zwischenfall nicht an Kittel und Greipel vorbeigekommen. Veelers hatte Glück im Unglück und zog sich nur ein paar Blutergüsse und Quetschungen zu. Auf die Frage, ob Cavendish deklassiert werden sollte, meinte das Sturzopfer nur: "Das zu entscheiden, liegt nicht an mir." Die Jury entschied sich schliesslich dazu, den Topsprinter auf Platz 3 im Klassement zu belassen. Als Vierter verteidigte der Slowake Peter Sagan seinen grossen Vorsprung im Kampf um das grüne Trikot.

Flucht über 190 km

Die Überführungsetappe durch die Bretagne wurde während 190 km von einem Quintett geprägt. Vom Bretonen Julien Simon initiiert, rissen dessen französischer Landsmann Jérôme Cousin, die zwei Spanier Juan José Oroz und Luis Angel Maté sowie der Holländer Lieuwe Westra unmittelbar nach der Startfreigabe aus. Doch die Sprinter-Teams hielten die Flüchtlinge, die maximal fünf Minuten Vorsprung zugestanden erhielten (bei km 32), an der kurzen Leine. Auf dem sechstletzten Kilometer fand das Unternehmen schliesslich sein Ende.

Erstes Einzelzeitfahren

Am Mittwoch folgt das erste Einzelzeitfahren der Jubiläums-Tour. Erster Anwärter auf den Sieg in der elften Etappe, die über 33 km von Avranches nach Mont-Saint-Michel führt, ist Tony Martin. Die flache Strecke kommt dem zweifachen Weltmeister und Olympia-Zweiten in dieser Disziplin entgegen. Martins grösster Konkurrent um den Tagessieg ist wohl Gesamtleader Christopher Froome. Vor Jahresfrist belegte der Brite in beiden längeren Zeitfahren hinter seinem Landsmann Bradley Wiggins den zweiten Platz. Heuer in der Normandie will Froome seine Konkurrenten im Kampf um das Maillot jaune weiter distanzieren. Für Alejandro Valverde, Alberto Contador (Gesamtsechster) und die anderen Podestanwärter geht es in diesem Zeitfahren in erster Linie um Schadensbegrenzung. Letzten Sommer büsste beispielsweise Valverde im Zeitfahren über 41,5 km nach Besançon, das ebenfalls in der zweiten Tour-Woche stattfand, fast dreieinhalb Minuten auf Froome ein. Resultate:
100. Tour de France. 10. Etappe, Saint-Gildas-des-Bois - Saint-Malo (197 km): 1. Marcel Kittel (De) 4:53:25 (40,3 km/h). 2. André Greipel (De). 3. Mark Cavendish (Gb). 4. Peter Sagan (Slk). 5. William Bonnet (Fr). 6. Alexander Kristoff (No). 7. Samuel Dumoulin (Fr). 8. Kévin Reza (Fr). 9. Danny van Poppel (Ho). 10. José Joaquin Rojas (Sp).

11. Matthew Goss (Au). 12. Gregory Henderson (Neus). 13. Yohann Gene (Fr). 14. Cyril Lemoine (Fr). 15. Juan Antonio Flecha (Sp). 16. Julien El Fares (Fr). 17. Roberto Ferrari (It). 18. Egoitz Garcia (Sp). 19. Tom Dumoulin (Fr). 20. Arnold Jeannesson (Fr).

21. Cadel Evans (Au). Ferner: 24.



Hauchdünne Entscheidung: Marcel Kittel vor Andre Greipel. /



Der Deutsche Radprofi Marcel Kittel. /

Christopher Froome (Gb). 25. Alejandro Valverde (Sp). 28. Roman Kreuziger (Tsch). 31. Alberto Contador (Sp). 37. Laurens Ten Dam (Ho). 39. Bauke Mollema (Ho). 42. Daniel Martin (Irl). 43. Joaquim Rodriguez (Sp). 47. Nairo Quintana (Kol). 82. Andy Schleck (Lux), alle gleiche Zeit. 103. Steve Morabito (Sz) 0:28. 104. Michael Albasini (Sz), gl. Zeit wie Kittel. - 182 Fahrer gestartet und klassiert.

Gesamtklassement: 1. Froome 41:52:43. 2. Valverde 1:25. 3. Mollema 1:44. 4. Ten Dam 1:50. 5. Kreuziger 1:51. 6. Contador, gl. Zeit. 7. Quintana 2:02. 8. Daniel Martin 2:28. 9. Rodriguez 2:31. 10. Rui Costa (Por) 2:45.

11. Mikel Nieve (Sp) 2:55. 12. Jakob Fuglsang (Dä) 3:07. 13. Michal Kwiatkowski (Pol) 3:25. 14. Jean-Christophe Péraud (F) 3:29. 15. Schleck 4:00. 16. Evans 4:36. 17. Michael Rogers (Au) 6:14. 18. Daniel Morena (Sp) 6:16. 19. Igor Anton (Sp) 6:40. 20. Romain Bardet (Fr) 7:09.

Ferner: 30. Morabito 17:14. 34. Richie Porte (Au) 20:10. 73. Albasini 51:22.


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