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Ein Sieg und weitere PersonalsorgenDas Schweizer Nationalteam hat in Neuenburg sein fünftes Vorbereitungsspiel im Hinblick auf die WM gegen Tschechien mit 3:1 gewonnen. Damien Brunner und Roman Josi legten mit ihren Toren zum 2:0 die Basis für den Sieg. Nach dem Spiel gab es schlechte Nachrichten.ig / Quelle: Si / Freitag, 25. April 2014 / 22:37 h
Die Schweizer zeigten vor der Stadionrekord-Kulisse von 5165 Zuschauern vor allem im Mitteldrittel eine starke Leistung. Brunner schoss die Schweiz im Powerplay im ersten Drittel in Führung, Josi erhöhte nach der ersten Pause gegen die unerfahrene, aber aufsässige tschechische Auswahl nach einer Druckphase zum vorentscheidenden 2:0. Inti Pestoni, der davor zahlreiche Chancen ausgelassen hatte, erzielte in der 57. Minute den dritten Schweizer Treffer, bevor den Tschechen nur 32 Sekunden danach noch der Ehrentreffer gelang.
Im letzten Abschnitt verloren die Schweizer etwas die Konzentration. «Wir haben aufgehört zu spielen», so Trainer Sean Simpson, der mit seinen Spieler überhaupt nicht zufrieden war. «Ich habe dem Team in der zweiten Pause noch gesagt, dass die Partie noch nicht vorbei ist.» Vielmehr als über die letzten 20 Minuten ärgerte sich Simpson aber über den Ausfall von Julien Vauclair. Der Verteidiger von Lugano zog sich in der Schlussphase eine Hirnerschütterung zu. «Er wird leider nicht an die WM kommen können», so Simpson. Auch Martin Gerber nicht dabei Vauclair reiht sich in die prominente Liste von Absagen ein, die mittlerweile rund ein dutzend Spieler umfasst. Denn nachdem er das WM-Out von Vauclair verkündet hatte, fügte er völlig frustriert noch an: «Martin Gerber wird auch nicht kommen.» Gerber ist damit bereits der dritte Goalie nach Tobias Stephan und Lukas Flüeler, der auf die WM verzichtet oder verletzungsbedingt verzichten muss. Die Absage von Flüeler wollte Simpson dagegen noch nicht bestätigen, ebenso nicht wie jene von Stürmer Roman Wick und den Klotenern Matthias Bieber (Fuss) und Patrick von Gunten (Muskelfaserriss), deren WM-Ausfälle gestern vor dem Spiel gegen Tschechien durchsickerten. «Wir werden die nächsten Kadermutationen am Montag durchgeben», so Simpson. Starkes zweites Drittel Der Frust von Simpson war verständlich, umso mehr weil die Schweizer in den ersten 40 Minuten durchaus zu gefallen wussten. Insbesondere die erste Formation mit den beiden NHL-Söldnern Damien Brunner und Roman Josi überzeugte. Nach einem «etwas langsamen Start» (Simpson) und einem ausgeglichenen Startdrittel erhöhten die Schweizer im zweiten Drittel das Tempo. Sie kreierten Chance um Chance und wurden, nachdem Inti Pestoni und Benjamin Plüss noch gescheitert waren, belohnt. Josi war es, der in der 24. Minute (endlich) den zweiten Treffer für die Schweizer erzielte. Der Verteidiger der Nashville Predators lupfte den Puck aus wenigen Metern wunderschön unter die Latte und bewies einmal mehr seine Klasse. Josi zeigte nicht nur in dieser Szene auf, weshalb er an der letzten WM als wertvollster Spieler (MVP) ausgezeichnet worden war. Fast immer, wenn der Berner am Puck war, wurde es gefährlich. Powerplay als Plus Verlassen kann sich die Schweiz in der WM-Vorbereitung bisher auf ihr Powerplay. Denis Hollenstein, Torschütze Damien Brunner und Roman Josi jubeln nach dem Tor zum 1:0. / Foto: EQ Images
In jedem der mittlerweile fünf Spiele erzielte das Nationalteam mindestens einen Treffer in Überzahl. Gestern war es nach knapp sechs Minuten Brunner, der nach einer Kombination mit Dennis Hollenstein und dem ersten Schuss auf das tschechische Tor im Powerplay traf. Nach der WM-Absage von Gerber ist es naheliegend, dass Leonardo Genoni an die WM reisen dürfte, umso mehr weil der Davoser gegen die Tschechen mit 31 Paraden eine starke Leistung zeigte. Genoni hielt die Schweiz im ersten und vor allem auch zu Beginn des letzten Drittels, als die Tschechen ihre beste Phasen hatten, mehrmals mit glänzenden Paraden im Spiel. Obwohl ihm Michal Vondrka zweieinhalb Minuten vor dem Ende den dritten Shutout im Schweizer Trikot vermieste, empfahl sich Genoni für den Posten als WM-Nummer 1 oder 2 - sofern nicht beide NHL-Keeper (Hiller, Berra) noch zur Verfügung stehen. Mayers Debüt wohl am Sonntag Am Sonntag bei der Revanche gegen die Tschechen in Basel wird Genoni indes zuschauen; Robert Mayer vom AHL-Team aus Hamilton dürfte sein Debüt im Nationalteam geben. Auch die in Neuenburg überzähligen Reto Suri und Clarence Kparghai werden wohl in der St.-Jakobhalle spielen. Schweiz - Tschechien 3:1 (1:0, 1:0, 1:1): Littoral, Neuenburg. - 6165 Zuschauer (Stadionrekord). - SR Rochette/Massy, Fluri/Mauron (Sz). - Tore: 6. Brunner (Hollenstein/Ausschluss Mozich) 1:0. 24. Josi (Romy, Hollenstein) 2:0. 57. (56:49) Pestoni (Monnet, Grossmann) 3:0. 58. (57:21) Vondrka (Radil) 3:1. - Strafen: 2mal 2 Minuten gegen die Schweiz, 5mal 2 plus 5 Minuten (Petruzalek) plus Spieldauer (Petruzalek) gegen Tschechien. Schweiz: Genoni; Schlumpf, Josi; Julien Vauclair, Kukan; Huguenin, Kamerzin; Grossmann, Ramholt; Brunner, Romy, Hollenstein; Pestoni, Ambühl, Rüfenacht; Simek, Monnet, Benjamin Plüss; Neuenschwander, Froidevaux, Scherwey. Tschechien: Salak; Kudelka, Linhart; Mozich, Jordan; Vitasek, Krejcik; Lukas Kovar, Jank; Ruzicka, Zohorna, Buchtele; Radil, Kousal, Vondrka; Kaspar, Nosek, Smolanek; Petruzalek, Filippi, Zatovic. Bemerkungen: Schweiz ohne Suri, Kparghai, Mayer (alle überzählig) und Manzato (Ersatztorhüter). Wegen defekter Matchuhr wurde die Partie im zweiten Drittel von Hand gestoppt. Schiedsrichter Stéphane Rochette für die letzte Partie seiner Karriere geehrt. - Schüsse: Schweiz 33 (7-16-10); Tschechien 32 (11-6-15). Powerplay-Ausbeute: Schweiz 1/6; Tschechien 0/2.
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