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Dritte Krönung für Lionel Messi

Die FIFA Gala im Zürcher Kongresshaus wurde zum Triumph des spanischen Fussballs. Lionel Messi und Trainer Pep Guardiola (beide FC Barcelona) gewannen die wichtigsten Titel im Weltfussball.

fest / Quelle: Si / Montag, 9. Januar 2012 / 22:03 h

Eine spanische Fiesta war die Ehrung der weltbesten Fussball-Akteure bereits vor einem Jahr gewesen. Xavi Hernandez, der schon damals zur Wahl gestanden hatte, und Andres Iniesta, kamen aber bereits im Vorjahr nicht an Messi vorbei, obwohl sie mit der spanischen Nationalmannschaft 2010 Weltmeister geworden waren.

Bei der gestrigen Vergabe des FIFA Ballon d'Or 2011 schwang der argentinische Zauberfussballer schliesslich noch deutlicher obenaus: Messi, der mit Barcelona letztes Jahr fünf Titel gewonnen hat, vereinigte 47,88 Prozent aller Stimmen auf sich und gewann die prestigeträchtige Auszeichnung damit zum dritten Mal in Serie. Gleiches war vor ihm nur dem aktuellen UEFA-Präsidenten Michel Platini gelungen.

Cristiano Ronaldo und Teamkollege Xavi, der Messi zum dritten Mal in Folge den Vortritt lassen musste, folgten auf den nächsten Plätzen. Xavi hatte bereits im Vorfeld geahnt, dass der Argentinier nicht zu schlagen sein würde: «Er ist einer der besten in der Geschichte des Fussballs und wird noch alle möglichen Rekorde brechen.» Messi, der den Preis aus den Händen von Ronaldo, dem dreifachen Weltfussballer des Jahres, erhalten hatte, meinte überglücklich: «Diese Auszeichnung ist ein grosses Vergnügen für mich und eine riesige Ehre. Ich möchte sie teilen mit all den Menschen, die für mich gestimmt haben, mit allen, die mit mir gespielt haben, mit meinem Trainer und den argentinischen Teamkollegen. Teilen möchte ich sie aber vor allem mit Xavi, der hier zum dritten Mal an meiner Seite steht.»

Inler lag goldrichtig

Zur Abstimmung eingeladen waren die Trainer und Captains von 142 Nationalmannschaften sowie Journalisten aus 150 Ländern. Der Schweizer Captain Gökhan Inler tippte Messi, Ronaldo und Xavi in der richtigen Reihenfolge, Nationalcoach Ottmar Hitzfeld setzte ebenfalls Messi und Ronaldo auf die ersten beiden Plätze. Anstelle von Xavi tippte er jedoch auf Bastian Schweinsteiger (Bayern München) als drittbesten Fussballer des letzten Jahres.

Inler lag schliesslich auch bei der Wahl der drei besten Trainer richtig, nur die Reihenfolge stimmte nicht ganz. Pep Guardiola, der mit Barcelona in vier Saisons bereits 13 Titel gewonnen hat, siegte mit 41,92 Prozent aller Stimmen vor Sir Alex Ferguson (Manchester United/15,61 Prozent) und José Mourinho von Real Madrid (12,43). Ferguson musste Guardiola damit wie schon im letzten Champions-League-Final den Vortritt lassen. Der Schotte zeigte sich jedoch sportlich und anerkannte die Stärke der Katalanen. «Manchmal muss man im Fussball einfach die Arme heben und sagen: 'Es stimmt, die sind besser als wir.' Und derzeit ist der FC Barcelona einfach mit Abstand das beste Team. Es ist kein Verbrechen und auch kein Zeichen von Schwäche, wenn man das sagt, und es schmälert auch nicht den Glauben an mein eigenes Team. Es ist einfach eine Tatsache, dass Barcelona, insbesondere mit Spielern wie Messi im Team, wirklich aussergewöhnlich ist. Ich kann mir kein Team vorstellen, das Barça in diesem Jahr den Titel in der Champions League streitig machen könnte.»

Spezialpreis für Ferguson

Für seinen Sportgeist wurde der Schotte (70) gestern dann noch speziell geeehrt. FIFA-Präsident Joseph Blatter zeichnete den charismatischen ManU-Coach für seine überaus erfolgreichen 25 Trainerjahre mit dem seit Jahren besten englischen Verein aus. Blatter hatte etwas später nochmals einen ganz speziellen Auftritt, als er zusammen mit Shakira, der kolumbianischen Sängerin und Freundin von Barcelona-Verteidiger Gerard Piqué, die beste Fussballerin des Jahres auszeichnen konnte. Und es setzte eine mittlere Überraschung ab. Nicht die Brasilianerin Marta, die den Titel in den letzten fünf Jahren gewonnen hatte, setzte sich durch, sondern die japanische Weltmeisterin Homare Sawa, die den Preis im traditionellen Kimono entgegennahm.

An Frauen-Weltmeister Japan ging noch eine weitere Auszeichnung: Trainer Norio Sasaki wurde als bester Trainer im Frauenfussball vor der Schwedin Pia Sundhage (Team USA) und dem französischen Nationalcoach Bruno Bini geehrt.

Neun «Spanier» in der Weltauswahl

Die Dominanz des spanischen Fussballs dominierte schliesslich die Wahl des Teams des Jahres 2011: Neun der elf Spieler kicken bei Barcelona oder Real Madrid. Einzig Verteidiger Nemanja Vidic und Wayne Rooney (beide von Manchester United) vermochten in die Phalanx der Spanier einzudringen. Goalie Iker Casillas, Sergio Ramos und Xabi Alonso von Real Madrid waren bei der Ehrung gestern - wie Stürmer Ronaldo und Trainer Mourinho - jedoch als einzige nicht persönlich anwesend. Für sie nahmen Emiliano Butragueno und Zinédine Zidane die Auszeichnungen entgegen. Zidane war bereits am frühen Abend gefragt, als hunderte von Fans entlang des Roten Teppichs vor dem Kongresshaus warteten, um die weltbesten Fussballer aus der Nähe zu sehen.

Resultate:
Zürich. FIFA Ballon d'Or Gala. Männer: 1. Lionel Messi (Arg/FC Barcelona) 47,88 Prozent. 2. Cristiano Ronaldo (Por/Real Madrid) 21,60. 3. Xavi Hernandez (Sp/FC Barcelona) 9,23. -- Frauen: 1. Homare Sawa (Jap/Inac Kobe Leonessa) 28,51. 2. Marta (Br/Western New York Flash) 17,28. 3. Abby Wambach (USA/magic Jack Florida) 13,26. -- Trainer des Jahres: 1.



Lionel Messi mit dem FIFA Ballon d`Or. / Foto: EQ Images

Pep Guardiola (Sp/FC Barcelona) 41,92. 2. Sir Alex Ferguson (Scho/Manchester United) 15,61. 3. José Mourinho (Por/Real Madrid) 12,43. -- Trainer des Jahres im Frauenfussball: 1. Norio Sasaki (Jap/Frauen-Weltmeister Japan) 45,57. 2. Pia Sundhage (Sd/amerikanisches Frauen-Nationalteam) 15,83. 3. Bruno Bini (Fr/französisches Nationalteam) 10,28.

Weitere Auszeichnungen. Fairplay-Award: Japanischer Fussballverband. -- Puskas-Award (Schönstes Tor): Neymar (FC Santos). -- Presidential Award: Sir Alex Ferguson. -- FIFPro World XI (Team des Jahres). Tor: Iker Casillas (Real Madrid). -- Verteidigung: Dani Alves (FC Barcelona), Gerard Piqué (Barcelona), Sergio Ramos (Real Madrid), Nemanja Vidic (Manchester United). -- Mittelfeld: Andres Iniesta (FC Barcelona), Xabi Alonso (Real Madrid), Xavi Hernandez (FC Barcelona). -- Sturm: Lionel Messi (FC Barcelona), Wayne Rooney (Manchester United), Cristiano Ronaldo (Real Madrid).

Die letzten zehn FIFA Weltfussballer des Jahres. 2001: Luis Figo (Por). -- 2002: Ronaldo (Br). -- 2003: Zinédine Zidane (Fr). -- 2004: Ronaldinho (Br). -- 2005: Ronaldinho (Br). -- 2006: Fabio Cannavaro (It). -- 2007: Kaka (Br). -- 2008: Cristiano Ronaldo (Por). -- 2009: Lionel Messi (Arg). -- 2010: Lionel Messi (Arg).

Die letzten zehn Ballon d'Or Gewinner. 2000: Luis Figo (Por). -- 2001: Michael Owen (Eng). -- 2002: Ronaldo (Br). -- 2003: Pavel Nedved (Tsch). -- 2004: Andrej Schewtschenko (Ukr). -- 2005: Ronaldinho (Br). -- 2006: Fabio Cannavaro (It). -- 2007: Kaka (Br). -- 2008: Cristiano Ronaldo (Por). -- 2009: Lionel Messi (Arg).

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