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Der Dreizehnte OrtDie beiden Kantone Appenzell Innerrhoden und Appenzell Ausserrhoden feiern im Jahr 2013 den 500. Jahrestag der Aufnahme in die Eidgenossenschaft (1513) gemeinsam. «DER DREIZEHNTE ORT. Ein musikalisches Spiel zum Fest» ist ein zentraler Teil der offiziellen Feierlichkeiten.asu / Quelle: sommerguide.ch / Dienstag, 11. Juni 2013 / 15:11 h
Der alte Historiker Res-Anton weiss: 500 Jahre Geschichte kann man in 100 Minuten weder umfassend noch linear erzählen. Angetrieben von der Unmöglichkeit, die Geschichte der beiden Kantone Appenzell Ausserrhoden und Appenzell Innerrhoden auf den einen Punkt zu bringen, beginnt er eigene Schwerpunkte zu setzen.
Aus dem Strudel der Geschichte, dargestellt durch grosse Gruppen, die sich kraftvoll tänzerisch über den alten Landsgemeindeplatz in Hundwil bewegen, fischt Res-Anton Geschichten und Personen, die Bedeutendes für die Welt, für das Land am Alpstein, für ihre Familien geschaffen haben.
Das «musikalische Spiel zum Fest» lässt den heutigen Zustand als gewachsene und deshalb oftmals auch widersprüchliche Situation Revue passieren. Es erinnert die Spielenden und das Publikum in ineinander greifenden Erzählsträngen daran, dass die Gestaltungskraft vieler einfacher, aber auch bedeutender Persönlichkeiten der beiden Kantone den Lauf der letzten 500 Jahre geprägt haben.
Wo am 2. Juni 1597 der erste Entscheid zur Trennung des ehemals geeinten Kantons beschlossen wurde, setzen sich ab dem 3. Juli 2013 über 180 Mitwirkende singend, tanzend, spielend und musizierend mit der 500-jährigen Geschichte auseinander.
Eine Szene aus der ersten Kostümprobe des Festspiels 'Der Dreizehnte Ort' in Hundwil/AR. / Foto: PHOTOPRESS/Alltag Agentur/Daniel Schmid
Stets angefeuert vom greisen Historiker Res-Anton Klöti und seiner Enkelin Marcella, stets begleitet vom geheimnisvollen Alpsteiner und launigen Zaungästen, die immer das letzte Wort haben müssen. Historische Schwerpunkte wie die Aufnahme in den eidgenössischen Bund oder die Trennung des Landes Appenzell in zwei Kantone, werden ergänzt und konkurrenziert mit Betrachtungen zur Industrialisierung oder der Ausrufung des Kantons Sentis. Doch vor der imposanten Fenster- und Häuserreihe des Spielortes geht es auch um anderes: um das Rechthabenwollen und um das Überrumpeltwerden, um Fernweh und Heimweh, um Fortschritt und Stillstand, um Sehnsucht und Tod. Der Platz selbst und das Dorf werden zu einem grossen Erzähl- und Theaterraum. Die Theatermusik bringt die Seele des Appenzellerlandes zum Schwingen. Sie orientiert sich an klassischen Vorbildern, an Appenzeller Volksgut und bis hin zum Jazz. Das Live-Orchester (Geige, Klarinette, Percussion, Kontrabass, Gitarre, Klavier/Keyboard) setzt musikalische und atmosphärische Schwerpunkte, begleitet aber auch die Chöre. Musik und Raum, Text und Bild, Ton und Licht, Spiel, Bewegung und Tanz, Kostüm - alle Gestaltungsmittel des Theaters entfalten je einen eigenen Wert und sind gleichzeitig in unterstützender Funktion für das gesamte szenische Geschehen zu erleben. Und so, wie die Mitwirkenden auf der Bühne in die Erarbeitung der Spielvorlage einbezogen werden, so werden auch die Zuschauerinnen und Zuschauer dazu motiviert, sich selbst intensiv mit dem «Dreizehnten Ort» und dem Strudel seiner Geschichte zu beschäftigen. Links zum Artikel:
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