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Klimaschädlicher E-Müll

München – Der IT-Sicherheitsspezialist McAfee hat neue Forschungsergebnisse vorgelegt, die deutlich machen, dass Spam-E-Mails nicht nur ärgerlich, sondern auch umweltschädlich sind und ihren Anteil zu Treibhausgas-Emissionen beitragen.

iu / Quelle: KMU Magazin / Mittwoch, 22. April 2009 / 07:10 h

In der Studie mit dem Titel «Carbon Footprint of Spam» haben Klimaforscher des ICF und Spam-Experten den weltweiten jährlichen Energieverbrauch ermittelt, der für die Übertragung, Bearbeitung und Filterung von Spam anfällt. Dieser beläuft sich demnach auf 33 Milliarden Kilowattstunden (kWh) oder 33 Terawattstunden (TWh). Dies entspricht dem Energieverbrauch von 2,4 Millionen Haushalten und verursacht die gleichen Treibhausgas-Emissionen wie 3,1 Millionen PKW, die insgesamt über 7,5 Milliarden Liter Benzin verbrauchen.

Ein Tag ohne Spam

Ende 2008 wurde McColo, eine bedeutende Spam-Quelle, vom Netz genommen; das weltweite Spam-Volumen sank daraufhin um 70 Prozent. Die Energieeinsparung in der Zeitspanne, bevor die Spammer ihre Sendekapazität wieder aufbauten, belief sich auf den gleichen Wert, wie wenn 2,2 Millionen Autos an jenem Tag nicht bewegt worden wären. Dies spiegelt auch den Einfluss der 62 Billionen Spam-E-Mails, die jährlich versendet werden.

Ergebnisse der Studie

Die Studie Carbon Footprint of Spam beziffert den weltweiten Energieverbrauch für das Erstellen, Speichern, Betrachten und Filtern von Spam, repräsentiert durch elf Länder: Australien, Brasilien, China, Deutschland, Grossbritannien, Indien, Japan, Kanada, Mexiko, Spanien und die USA. Anhand des Stromverbrauchs wurde dabei die CO2-Bilanz («carbon footprint») von Spam ermittelt. Der Berechnung liegt die Tatsache zugrunde, dass fossile Energiequellen nach wie vor den grössten Anteil an der weltweiten Energieerzeugung ausmachen. Da die Emissionen nicht für ein Land isoliert werden können, wurden die Ergebnisse im Durchschnitt gewertet, um so auf den globalen Einfluss zu kommen.



Das Filtern von Spam spart jährlich 135 TWh Strom ein. Dies entspricht dem Energieverbrauch von 13 Millionen Autos. / Foto: Shutterstock KMU-Magazin

Nachstehend die wichtigsten Ergebnisse der Studie.

1.6 Millionen Erdumdrehungen

Die durchschnittliche Treibhausgas-Emission einer einzigen Spam-Nachricht beträgt 0,3 Gramm CO2. Dies entspricht etwa einer Fahrstrecke von einem Meter mit dem Auto; multipliziert mit dem jährlichen Spam-Volumen wäre dies jedoch der gleiche Ausstoss wie 1,6 Millionen Erdumrundungen per Auto. Ein grosser Teil des Spam-Energieverbrauchs (fast 80 Prozent) entsteht beim Löschen von Spam und Suchen nach legitimen E-Mails («false positives»). Das Filtern von Spam ist nur mit 16 Prozent an dem durch Spam verursachten Energieverbrauch beteiligt. Das Filtern von Spam spart jährlich 135 TWh Strom ein. Dies entspricht der gleichen Energieeinsparung, wie wenn man 13 Millionen Autos ein Jahr lang stilllegen würde.

Reduktion um 75 Prozent möglich

Wenn jeder Posteingang durch einen aktuellen Spam-Filter geschützt wäre, könnten Unternehmen und Privatpersonen den Spam-Energieverbrauch um 75 Prozent oder 25 TWh pro Jahr reduzieren. Das entspricht 2,3 Millionen stillgelegten Autos. Länder mit grossflächiger Internet-Verfügbarkeit und vielen Benutzern, wie die USA und Indien, haben proportional höhere Emissionen pro E-Mail-Benutzer. Die USA haben landesweit um das 38-Fache höhere Emissionen im Vergleich zu Spanien. Während Kanada, China, Brasilien, Indien, die USA und Grossbritannien jeweils einen ähnlichen Energieverbrauch durch Spam aufweisen, liegen Australien, Deutschland, Frankreich, Mexiko und Spanien meist rund zehn Prozent niedriger. Spanien weist hier den niedrigsten Wert auf, sowohl was die Spam-Quote als auch den Spam-Energieverbrauch pro Benutzer betrifft.

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