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SwiZZ! - Vom Bürger zum Shareizen!

OK, genug der Larmoyanz und der Arroganz. Die Abstimmung ist vorbei und es ist definitiv Zeit, dass sich die Schweiz im Angesicht der Sackgasse, in der nicht nur sie, sondern auch die EU sich befindet, neu erfindet und wieder zum globalen Modell wird. Und wäre es dann nicht höchste Zeit, alte Zöpfe über Bord zu werfen?

Patrik Etschmayer / Quelle: news.ch / Dienstag, 18. Februar 2014 / 11:03 h

Seien wir doch ehrlich, Nationalstaaten sind so was von 1848... das ganze Ein-, Aus-, Durch- und Abwanderungspuff, dass wir und der Rest der Welt haben, ist doch nichts als ein Erbe von diesen institutionalisierten Stammesstrukturen, die uns am Bein hängen wie die Stahlkugel am Fuss eines Kettenhäftlings. Nein, fertig damit. Die Schweiz muss sich endlich eine Gesellschaftsstruktur geben, die den Zeiten entspricht: dynamisch, wandelbar, skalierbar, vermarktbar, kurz: wunderbar! Der Bund könnte zu einer Holding umgewandelt werden, mit den Kantonen als Profitzentren.

Doch bevor man sich noch mit den Details dieser Wandlung beschäftigt, muss ein fetziger Name her. Seien wir doch ehrlich: Schweiz/Suisse/Svizzera/Svizra macht nicht viel her. Swiss tönt zwar schon etwas fetziger, aber das ist schon etwas sehr angestaubt. Spätestens seit dem VW-Kleinwagen Up! wissen wir, dass Ausrufezeichen alles gleich viel besser aussehen lassen. Und ein doppel-Z sieht viel besser aus als ein doppel-S (welches zudem historisch belastet ist!)... daher also wäre «SwiZZ!» (Gesprochen «Swissss» mit sehr scharfem Schluss-S) das ideale neue Branding für unser Land. «SwiZZ!-made» macht doch gleich viel mehr her.



Schweiz war gestern, SwiZZ! ist die Zukunft! / Illustration: Samuel Trüssel news.ch

Und «SwiZZ!-CheeZZe» wäre doch ein wesentlich fetzigerer Snack als Emmentaler.

Wir haben ja zwar schon ein Branding für die Schweiz, aber das müsste in der neuen SwiZZ! natürlich radikal überarbeitet werden.

Ebenso wie die Staatsorganisation:
Die Bürger würden sowohl zu Share- als auch zu Stake-holdern umgewandelt und vom Bürger, Citoyen oder Citizen zum Shareizen umgewandelt, Ausländer würden je nach Status Partizipationsscheine ohne Stimmrecht bekommen. Die Kantone würden als Profitcentren geführt und Steuerzahlungen würden durch sogenannte «Cost Of Organization disposaL»-Zahlungen (oder COOL-Payments) ersetzt, mit denen die notwendige Infrastruktur finanziert würde. Um Kostenwahrheit sicher zu stellen, würden die Smartphones der Bewohner der Schweiz genau aufzeichnen wo und wieviel Infrastruktur (Strassen, Wasser, Öffentliche Beleuchtung, Pärke, Schulen etc.) vom Sharizen benutzt und wie viele Profite von ihm deswegen erzielt werden. Am Ende des Monats zahlt man die Cool-Invoice einfach zusammen mit der Handy-Rechnung! Steuererklärung ade!

Natürlich würden in diesem modernsten aller Staaten auch Firmen den Status eines Shareizens, konkret eines Corporate Shareizens, bekommen und hätten so auch jene Bürgerrechte (Stimmrecht in Relation zur wirtschaftlichen Bedeutung, Initiativrecht, Personenrechte), wie sich dies Unternehmen schon lange heimlich wünschen. Mit allen Konsequenzen: Unternehmensfusion? Einfach schnell die Firmen auf dem Zivilstands-Zentrum verheiraten!

Bei den jährlichen Shareizen-Hauptversammlungen würde über neue Dienstleistungen oder Aquisitionen abgestimmt - mit den zu erwartenden Gewinnen sollte es zum Beispiel locker möglich sein, schon nach kurzer Zeit von den chronisch Klammen Nachbarstaaten lohnende Provinzen, Bundesländer und Departemente abzukaufen. Endlich könnten wir die Gewinne der Nationalbank und die Überschüsse aus dem Staatshaushalt vernünftig anlegen. Mit diesen eingekauften Gebieten hätte die Schweiz zugleich auch das Zuwanderungsproblem gelöst: Wenn «SwiZZ!» die ganzen Fabriken in die Lombardei, das Piemont, Savoyen, das Elsass das Vorarlberg und Baden Württemberg verlagert, würde hier der «Dichtestress» abnehmen und die Zuwanderer könnten bleiben, wo man sie braucht.

Ebenso könnten bei diesen Versammlungen, die in den Stadien und Sporthallen der Schweiz abgehalten würden, jeweils auch die Artikel der Statuten - pardon - Verfassung auf den neuesten Stand gebracht werden.

So würde die heutige Kernschweiz auch nach und nach rückgebaut und umgestaltet werden und hier wieder das echte Heimatgefühl, das heutzutage vielerorts vermisst wird, ein Comeback haben.

Ja - Swizz! wäre das Land, das nicht nur das 19. und 20., sondern gleich auch noch das 21. Jahrhundert hinter sich lassen würde und im Falle einer Pleite problemlos in eine Bad Bank überführt werden könnte. Also packen wir's an!


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