von Patrik Etschmayer / Donnerstag, 14. Mai 2009
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In den USA wird noch davon gesprochen, in Deutschland steht das Konzept und soll schon bald durch das Parlament gebracht werden: die Bad Bank, wo die ganzen toxischen Papiere entsorgt werden sollen, die momentan noch die Bücher der Banken belasten. Dort habe man dann Zeit, die schlechten Kredite ohne Druck abzuwickeln und, falls es Verluste gibt, diese erst nach Jahren weiter zu belasten. Wenn alles gut geht.
Das Prinzip ist wirklich verführerisch: Was nichts mehr wert ist, einfach auslagern, nach dem Motto: Aus den Augen, aus dem Sinn. Doch unsere Gesellschaft wird ja nicht nur durch faule Wertpapiere belastet. Warum also nicht andere «Bad»-Institutionen etablieren, in die jene Dinge, die uns schädigen, abgeschoben werden könnten?
Als erstes wäre ein «Bad Government» erwägenswert. Korrupte, unfähige und faule Politiker bremsen und blockieren ständig Gesetze und Vorlagen. Eine «schlechte Regierung» wäre der Ideale Ort, um diese Leute zu entsorgen. Dort könnten sie sich mit ihresgleichen politische Scheingefechte liefern, ohne die Gesellschaft unnötig zu belasten. Die echte Regierung könnte währenddessen in sachlicher Debatte vorwärts machen, ohne sich in dummen links-rechts-Grabenkämpfen zu verstricken.
Auf der Wirtschaftsseite hingegen könnte man neben den «Bad Banks» auch noch andere «Bad Companies» etablieren, in die man die unfähigen Manager abschieben könnte. Diese Firmen würden in einer Art virtuellem Paralleluniversum operieren, ohne in der wirklichen Welt weiteren Schaden anrichten zu können.
Doch unsere Gesellschaft hat nicht nur auf den höheren Ebenen Probleme. Es wäre daher allenfalls eine gute Idee, auch im Bildungssystem auf eine Good/Bad-Unterteilung zu setzen. Das würde bereits beim «Bad Kindergarten» beginnen. Es würden dabei verhaltenssauffällige Kinder ausgesondert und danach in eine «Bad School» weiter geschoben werden.
Der Unterricht in diesen üblen Schulen wird natürlich von «schlechten Lehrern» gemacht werden. Allerdings rekrutiert man diese «Bad Teachers» nicht aus der Lehrerschaft der normalen Schulen. Stattdessen werden Bildungspolitker aus den reformwütigen Behörden abkommandiert, denen es so nicht mehr möglich sein wird, die normalen Lehrer beim Unterricht zu behindern Umso befriedigender dürfte es für die «guten» Lehrer sein, dass den Reformpäpsten nun die Querulanten, die sonst den Unterricht zur Hölle machen, zugeschoben werden und diesen nun den Verstand rauben.
Der Strassenverkehr wäre ein weiterer Bereich für ein Alternativuniversum. «Bad Drivers» (heute hat der Autor gerade wieder eine Blinker-boykottierende Chrysler Voyager-Fahrerin bewundern dürfen), dürften fortan nur noch in einer virtuellen Welt mit anderen lausigen Fahrern unterwegs sein, bis sie gelernt haben, Vortritt zu gewähren, Blinker zu setzen, los zu fahren, wenn die Ampel grün ist und nicht andere Leute belehren zu wollen, wenn sie selbst Mist gebaut haben.
Eigentlich gibt es keinen einzigen Bereich im Leben, wo nicht ein «schlechtes» Alternativuniversum gefragt und von Nutzen wäre: «Bad Shops», «Bad Restaurants», «Bad Weather» und natürlich «Bad TV»! Ich bin sicher, auch Ihnen, geschätzte Leser, fällt noch was ein!