Dienstag, 28. Juli 2015
VADIAN.NET, St.Gallen



Nachrichten.ch

Aktuell

Forum


Inland

Italien bestellt Schweizer Botschafter ein

Deutsche Diplom-Ingenieurin darf in der Schweiz selbständig arbeiten

Rücktritt der SVP-Präsidentin Despot gefordert

Beschwerde von SVP-Blogger abgewiesen

Wirtschaft

Zypern will Halloumi-Käse schützen - auf Griechisch und Türkisch

Microsoft drückt mit Windows 10 auf den Neustart-Knopf

Waffenexporte nehmen zu

Sulzer-Chef plant keinen weiteren Stellenabbau in der Schweiz

Ausland

FN-Gründer Le Pen gewinnt erneut vor Gericht gegen Tochter Marine

Obama ruft Präsidenten Afrikas zur Einhaltung von Amtszeiten auf

Bis zu 300 Leichen auf Müllhalde vermutet

Malaysias Regierungschef entlässt unter Druck Kabinettskollegen

Sport

Lugano bemüht sich um Victor Obinna

Topduo Dalhausser/Rosenthal trennt sich

Alain Wiss: «Mein Traum ist die Premier League»

Filipe Luis zurück zu Atletico

Kultur

Ältestes Café Madrids hat geschlossen

Spielt Rachel McAdams die Hauptrolle in «Doctor Strange»?

Ed Sheeran übernimmt Rolle in US-Fernsehserie

Mailand wird zur Hauptstadt des Alphorns

Kommunikation

Zu viel Facebook fördert Suizidgedanken bei Teens

Roboterschwan misst Wasserqualität in Echtzeit

Neue Box mit kaltem Plasma macht Handys keimfrei

Handy-App erkennt Krankheiten am Klang der Lunge

Boulevard

Eines von weltweit fünf Nördlichen Breitmaulnashörnern gestorben

Schüsse nahe den Ramblas in Barcelona - Zwei Verletzte und Panik

Rund 15 wertvolle Uhren aus Museum in Le Locle NE gestohlen

Le Locle verteilt sauberes Trinkwasser an die Bevölkerung

Wissen

Gold-Modulator revolutioniert Datenübertragung

Ein Stresshormon reduziert das Verlangen nach Heroin

Verlust von Eis in der Arktis bringt Sibirien mehr Schnee

Untersuchungs-Marathon für Schwangere unnötig

Wetter


Kolumne


Internes

Impressum


Werbung


Publireportagen


Newsfeed


Die veröffentlichten Inhalte sind ausschliesslich zum persönlichen Gebrauch bestimmt. Die Vervielfältigung, Publikation oder Speicherung in Datenbanken, jegliche kommerzielle Nutzung sowie die Weitergabe an Dritte sind nicht gestattet.

Nachrichten.ch (c) Copyright 2015 by news.ch / VADIAN.NET AG

Kolumne


Kapitalisten-Gemetzel: Alle Regeln über Bord

Regula Stämpfli / Mittwoch, 4. Januar 2012

Ein solcher Krimi würde langweilen: Eine rechtspopulistische Partei lebt von Ausländerhass, Diskriminierung der sozial Schwachen und der Destabilisierung der politischen Autoritäten. Damit gewinnt sie Jahr für Jahr Wähleranteile. Gleichzeitig arbeiten ihr die entscheidenden Finanzkapitalisten zur Hand, stürzen mit seltsamen Finanzprodukten die gesamte Weltwirtschaft in die grösste Krise seit dem Zweiten Weltkrieg... Politiker weltweit werden gekauft, Notenbankchefs und CEOs der Grossbanken werden direkt von der Krake Goldman Sachs engagiert und die Wirtschaftsjournalisten spielen Hofberichterstattung. Als Storyline für einen Krimi wäre dies echt zu platt. Verrückt daran ist, dass die Wirklichkeit die korrupte Banalität finanzkapitalistischen Treibens noch übertrifft.

Im März 2011 tobten in der Schweiz die Attacken gegen die bisher unangetastete Nationalbank und ihren Chef, Philipp Hildebrand. Der Weltwoche-Artikel: «Der Falschmünzer» warf dem obersten Währungshüter Geldfälschung und Zahlenmanipulation vor. Der Angriff aus SVP-Kreisen endet zunächst wie der «Sturm aufs Stöckli» im Wasserglas. Die schweizerische Nationalbank stabilisierte im Sommer 2011 die Währungsturbulenzen und sicherte die schweizerische Volkswirtschaft, indem sie den steigenden Franken mit einer Höchstlimite an den Euro bindet. Die rechtspopulistischen Monetaristen schäumen.

Nicht nur das. Mit der Nationalbank-Aktion verpufft der auf Hass, Antidemokratie und widerliche Politspiele ausgerichtete Wahlkampf der SVP. Eigentlicher Wahlsieger ist die schweizerische Nationalbank und ihr Präsident. Denn mit der Währungsstabilität und der Vernunftpolitik hat der oberste Währungshüter den Rechtspopulisten den monetaristischen Destablisierungs-Wind aus den Segeln genommen. Die SVP verliert im Herbst 2011 spektakulär die Wahlen, verpasst einen zweiten Bundesratssitz und kämpft auch parteiintern mit grossen Schwierigkeiten.

Was passiert anschliessend?

Der seit einem Jahr erklärte «Drôle de Guerre» zwischen hohen SVP-Kreisen und dem Nationalbankchef wird im Januar 2012 plötzlich sehr heiss. Die Medien berichten über die, via Privatbank Sarasin zugespielten Kontodaten des Ehepaars Hildebrand. Aus den Unterlagen wird klar, dass die Ehefrau des Nationalbankpräsidenten mit Devisenspekulationen innert ein paar Wochen ein Jahressalär von uns Normalsterblichen «erwirtschaftet» hat. Die Finanzkontrolle des Bundes erklärt das immerhin erstaunliche Treiben für legal, transparent und den Regeln der internen Richtlinien der Nationalbank entsprechend. Erstaunlich, aber wahr.

Unterdessen bestürmen die Medien den Chef der Rechtspopulisten Christoph Blocher, der in den letzten Monaten mit seinen Finanztricks bewiesen hat, dass er, wenn es um Macht, Medien und Geld geht, nicht nur keine Skrupel kennt, sondern das finanzkapitalistische Geschäft aus dem FF beherrscht. Christoph Blocher hüllt sich in der Affäre Hildebrand in Schweigen, denn das Insider-Gschmäckle um die mindestens moralisch fragwürdigen Spekulationen im engsten Umfeld des Nationalbankpräsidenten ist lanciert.

Was zeigt uns diese unappetitliche Geschichte? Erstens: Der Finanzkapitalismus verhöhnt mit grinsender Milliardenfratze jede Grundlage echter kapitalistischer Wertschöpfung. Wenn es einer Ehefrau eines Notenbankchefs auf legale Weise gelingt, innert ein paar Wochen Tausende von Franken auf ihr wahrscheinlich nicht schlecht gefülltes Konto zu schaufeln, ohne auch nur einen Finger zu rühren, sondern dank Abendtischgesprächen über genügend Wissen verfügt, zu riechen, wie sich die Spekulation entwickeln wird, dann sagt das eigentlich alles aus über ein System, das von sich behauptet, Leistung zu honorieren, aber in Tat und Wahrheit ausschliesslich Casino spielt. Zweitens: Die Rechtspopulisten, denen rhetorisch das Bankgeheimnis wichtiger ist als die ehrliche Arbeit und Wertschöpfung von kleinen und mittleren Unternehmen, schreckt vor nichts zurück: Mit der Zuspielung von illegal erworbenen Bankdaten destabilisiert sie nicht nur den obersten Währungshüter, sondern die schweizerische Währungsstabilität inklusive Ruf. Drittens: Im herrschenden dreckigen Spiel des Casino- und Finanzkapitalismus werden alle geltenden Regeln gebrochen. Der Krieg innerhalb der Kapitalistenreihen fordert viele Opfer.

Unsere Volkswirtschaften werden wie im Ersten Weltkrieg dafür als Finanzfutter statt Kanonenfutter jeden Tag bis zum Zusammenbruch missbraucht. Zum Hohn waschen im Anschluss an dieses Treiben, sämtliche Rechtsinstanzen die Regelbrecher weiss. Verfassungsbrüche werden als völlig notwendig und legal erklärt, die Zerstörung des Rechtsstaats wird Normalität.

Autsch. Was machen wir Medienschaffenden? Wir konzentrieren uns auf die Akteure, enervieren uns über die Personen statt dass wir das System und die Kriegführung dahinter sehen. Die Affäre Hildebrand/Blocher zeigt mit aller Deutlichkeit, dass der freiheitliche Kapitalismus nicht einmal mehr die Buchstaben wert ist, die in den Nobelpreis gekrönten Betriebswirtschaftsbüchern stehen. Doch statt das Übel an den Haaren zu packen, den Casinospekulanten endlich unseren harterarbeiteten Cash aus den Händen zu reissen, die kleineren und mittleren Unternehmen, ihre Innovation und die tollen Menschen, die dort arbeiten, zu unterstützen, passiert genau das Gegenteil. Prosit Neujahr.


 Kommentare lesen (6 Beiträge)
· Dem ist Nichts...PacinoMo, 09.01.2012 12:49
· NeidgenossinBigBrotherSo, 08.01.2012 16:46
· Casino komplettPMPMPMMi, 04.01.2012 22:23
· Fakten abwartenBigBrotherMi, 04.01.2012 16:18
· Ja, JasonBond, das ist...thomyMi, 04.01.2012 12:30
· Der Blocher steckt im DetailJasonBondMi, 04.01.2012 11:42
» Mitreden


nachrichten.ch 1

«Ausländer-Kredit» für Investitionen in der Heimat? Immer öfter - gerade auch vor den Ferien - wird das Beratungsteam von kredit.ch angefragt, ob auch in der Schweiz lebende Ausländer die Möglichkeit haben, einen günstigen, fairen Kredit zu erhalten. Fortsetzung




Archiv

Patrik Etschmayer
Partner mit schlechtem Ruf


Peter Achten
Friedliche Pandas


Regula Stämpfli
EUGH fördert Schwermetalle in Kinderspielzeugen


Patrik Etschmayer
Das geronnene Aso-Gen


Peter Achten / Beijing
Partei der Gütergemeinschaft


Patrik Etschmayer
Troja in Zürich


Regula Stämpfli
SVP und ihre Kekspolitik


Peter Achten / Peking
Der Tanz der alten Damen


Regula Stämpfli
Der Pate & Die Sopranos in Hellas


Patrik Etschmayer
Sommerloch-Blues


Peter Achten / Peking
Mongolei: Phase der Konsolidierung


Regula Stämpfli
7500 Euro pro Monat


Patrik Etschmayer
Weiss-Kragen-Terrorismus


Peter Achten / Peking
Wenig Reis, Kartoffeln, Mais und Weizen


Regula Stämpfli
Das N-System:Verboten, aber nicht verschwunden


Patrik Etschmayer
Komet Menschheit


Peter Achten / Peking
Die Pandora-Büchse Hongkong


Regula Stämpfli
§EuGH erlaubt OMT§ oder GeldGott ist rechtens


Patrik Etschmayer
Neidisch auf den IS


Peter Achten / Peking
Lebenslänglich für den Paten


Regula Stämpfli
Was aus FIFA und BP lernen?


Patrik Etschmayer
Beziehungs-Weise?


Peter Achten / Peking
Revolution im Raucherparadies


Regula Stämpfli
On What Matters: Zum Tod von Norbert Neininger


Patrik Etschmayer
Der wahre Verteidiger der Demokratie


Peter Achten / Peking
Der Gewerbe-Pinocchio


Regula Stämpfli
Geschlossene Gesellschaft: Tour de Geldmann



Kultur ist die letzte Chance


Peter Achten
Multipolarer Friede


Regula Stämpfli
Wenn Geld nicht mehr stinken kann


Patrik Etschmayer
Pyromane als Feuerwehrchef


Peter Achten / Peking
Auf der Suche nach Hoffnung


Patrik Etschmayer
Die Schweiz sucht den Super-Lobbyisten


Regula Stämpfli
Causa Markwalder und ihre Folgen


Peter Achten / Peking
«Maritime Demokratie» mit Zukunft


Regula Stämpfli
Behördlicher Hang zum Selbstbetrug


Patrik Etschmayer
Kreditkartenterminal ersetzt Herz


Peter Achten / Peking
Der «kleine Drache» erwacht


Regula Stämpfli
Mephisto als Weichpuppe - Ackermann erneut vor Gericht


Patrik Etschmayer
Sparschwein klammern im Rigor Mortis


Peter Achten / Peking
Der chinesische Schuldenberg


Regula Stämpfli
Lieber zwangsverheiratet als bei Tinder weggewischt


Patrik Etschmayer
Zum Schaden von (fast) allen


Peter Achten / Peking
Chefsache Fussball


Regula Stämpfli
Weshalb Journalisten ihre Jobs verlieren


Patrik Etschmayer
Das Hunger-Jubiläum


Peter Achten / Peking
Zwei Dalai Lamas?


Regula Stämpfli
Die Macht der Magermodels


Patrik Etschmayer
Die vaterländische Speerspitze


Peter Achten / Peking
Asiens neue Zukunft


Regula Stämpfli
Wahlen können Ihre Zukunft gefährden


Patrik Etschmayer
Produkt «Wahrheit»


Peter Achten / Peking
Das Singapur-Modell


Regula Stämpfli
Städte, die nach Gefängnis riechen


Patrik Etschmayer
Die Putinisierung der Schweiz?


Peter Achten / Yangon
Friede und Stabilität gefährdet


Regula Stämpfli
Montecristos Aktualität


Patrik Etschmayer
Solidarität für einen «Knob»


Peter Achten / Peking
Prügel-Orgie und Demokratie


Regula Stämpfli
Apple is Watch(ing) you


Patrik Etschmayer
Klimawandel verboten!


Peter Achten / Peking
«Was ist Smog? Was können wir tun?»


Regula Stämpfli
Schweizer Geschichte - auslaufend


Patrik Etschmayer
Meuchelmord an Humanismus und Aufklärung


Peter Achten / Peking
«Die 4 Umfassenden»


Regula Stämpfli
TTIP: Das Ermächtigungsgesetz Europas


Patrik Etschmayer
Das Winter-Kicker-Kalkül


Peter Achten / Peking
«Das Leben respektieren»


Regula Stämpfli
Die Relevanz der Ombudsstelle


Patrik Etschmayer
Fertig mit dem Lavieren


Peter Achten / Peking
Die Holz-Ziege


Regula Stämpfli
Politik geht durch den Magen


Patrik Etschmayer
Das Diktatoren-Problem


Peter Achten / Peking
Wie rot ist China?


Regula Stämpfli
Du Pornopuppe, ich Imam


Peter Achten
China-Rösti


Regula Stämpfli
Algorithmen verhaften! Now!


Patrik Etschmayer
Gesundheit!


Peter Achten / Peking
«Prinzipienlose Satire - Nein»


Regula Stämpfli
Tells globales Luxusprodukt: Schweizer Franken


Patrik Etschmayer
Der Teer ist schnell aufgewärmt...


Peter Achten/Peking
Kalender-Geschichten


Regula Stämpfli
Das Bild ist nicht unschuldig


Patrik Etschmayer
Charlie, Lassana und ein Trostpreis (der nicht kommen dürfte)


Peter Achten / Yangon
Politischer Kampf auf dem Teak-Parkett


Regula Stämpfli
Gelebter Koran? Nur in Europa und Israel!


Patrik Etschmayer
Leben in der Economy-Class


Peter Achten / Peking
Das «Gelbe Buch der Weltwirtschaft»


Regula Stämpfli
Hollywood und Folter


Patrik Etschmayer
Nicht KI sollte uns fürchten machen, sondern KB


Peter Achten / Peking
Pekinger Metro: Schön und etwas teurer


Regula Stämpfli
2014: Aussitzen ersetzt Verantwortung


Patrik Etschmayer
Annus horribilis - und wie


Peter Achten/ Peking
In Vino Veritas


Regula Stämpfli
Der Börsencrash und seine Folgen in Europa


Patrik Etschmayer
Frohes Explodieren



Träume und Albträume


Regula Stämpfli
Der neoliberale Mopedfahrer


Patrik Etschmayer
Der rutschige Hang


Peter Achten / Peking
Das Buch der Bücher aus China