Montag, 27. Juni 2016
VADIAN.NET, St.Gallen



Nachrichten.ch

Aktuell

Forum


Inland

Botschaft in Berlin feiert Gotthard-Tunnel mit Riesen-Schriftzug

Gegner der Stiefkindadoption für Homosexuelle drohen mit Referendum

Ja zu Subventionen für Wasserkraftwerke bei tiefen Strompreisen

Alles ist bereit für die Eröffnung des Gotthard-Tunnels

Wirtschaft

Kaffeevollautomaten für Betrieb und Büro

Dating-Plattformen im Internet - ein riesiger Markt

ROPETECH Seilpark Bern

Swisscom intensiviert Engagement für FinTech Start-ups

Ausland

Hunderte demonstrieren in Istanbul zum Gezi-Jahrestag

Islamischer Staat setzt Offensive im Norden Syriens fort

Deutschland und Grossbritannien erinnern an Skagerrak-Schlacht

Jens Stoltenberg gegen neuen Kalten Krieg

Sport

CR7 & Bale verlängern nach der EM

Vardy verlängert bei Leicester City

FCB präsentiert Neuzugang

FCZ nimmt Kay Voser unter Vertrag

Kultur

BLUE BALLS in Luzern

VERENA VON HORSTEN im Kaufleuten

THE COMPANY OF MEN - I Prefer The Company Of Men

SHELLAC in der Roten Fabrik

Kommunikation

Bild- und Videosuche per Handskizze

Uni zieht Apple vor Gericht

Katy Perry: Hacker übernimmt ihren Twitter-Account

Prothese für High-Heel-Trägerinnen

Boulevard

Diese Folge verstösst gegen mehrere Tabus

Länger, härter, schonungsloser als je zuvor

Na vielen Dank, Damen und Herren Nationalräte!

«Costa Concordia»-Kapitän in 2. Instanz zu 16 Jahren verurteilt

Wissen

Inselspital eröffnet zentrale Biobank

Rückkehrende Touristen sollen Kondome benutzen

Frühchen: Schwache Knochen im Erwachsenenalter

Verheiratete Eltern machen Kinder selbstbewusster

Wetter


Kolumne


Internes

Impressum


Werbung


Publireportagen


Newsfeed


Die veröffentlichten Inhalte sind ausschliesslich zum persönlichen Gebrauch bestimmt. Die Vervielfältigung, Publikation oder Speicherung in Datenbanken, jegliche kommerzielle Nutzung sowie die Weitergabe an Dritte sind nicht gestattet.

Nachrichten.ch (c) Copyright 2016 by news.ch / VADIAN.NET AG

Kolumne


Das Schweigen der Kollegen

bert / Mittwoch, 10. Oktober 2012

Die Weltwoche setzt renommierte Professoren auf ihr Titelbild mit der Schlagzeile: «Vor diesen Professoren wird gewarnt.» Acht namhafte Wissenschaftler und eine renommierte Wissenschaftlerin werden mit skurilen biographischen Hinweisen zum populistischen Abschuss freigegeben. Damit treibt die Weltwoche die Hetze auf Jeden, der es noch wagt, kritisch und frei zu denken, auf den Höhepunkt. Die Entlassung von Prof. Dr. Christoph Mörgeli durch die Universität Zürich sowie die Verlautbarungen der Regierungsrätin Regine Aeppli sind für Aussenstehende tatsächlich nur schwer nachzuvollziehen. Wir werden hoffentlich in den nächsten Wochen mehr über die Zusammenhänge und die arbeitsrechtlichen Auseinandersetzungen erfahren. Mit Cédric Wermuth möchte ich aber auch festhalten, dass gerade der Fall Mörgeli zeigt, wie wichtig es für alle Arbeitnehmenden ist, sich gewerkschaftlich zu organisieren, dass sie gegen missbräuchliche Entlassungen geschützt sind. Selbst der im Fall Mörgeli unverdächtige Jean Ziegler meinte, der Entlassung des SVP-Nationalrates hafte ein «Gschmäckle» und man müsse die akademische Freiheit garantieren.

Die Attacke der Weltwoche gegen kritische Wissenschaftler hingegen, hängt nicht nur ein «Gschmäckle», sondern ein wahrer Pestgeruch an. Sie reiht sich in die Tradition populistischer Verunglimpfung von Kritik, von Deliberation sowie von Intellektualität durch die Rechtsnationalisten und durch die Nationalsozialisten. Es fehlen nur wenige Beiwörter bei der Bezeichnung der zum Abschuss freigegebenen Professoren und der Artikel könnte ebenso gut 1933 wie 2012 publiziert worden sein. Dass diese Hetze gegen einzelne Professoren medial eher mit einem Schulterzucken hingenommen wird, ist eine in der Mediendemokratie verständliche Reaktion. Denn schliesslich sind mittlerweile auch Bad News Good News, weil sie die für die Werbung notwendigen Clicks garantieren. Und ähnlich wie beim umstrittenen Mohammed-Video kann man argumentieren, dass Nicht-Beachtung die beste Strategie gegen Doofheit ist.

 Das Problem ist indessen, dass die Doofen dieser Welt inzwischen unendlich viel Macht haben um via Rhetorik ein Hassklima heraufzubeschwören, das dann tatsächlich Verletzte und Tote produziert. Die Doofen dieser Welt haben gerade im Kleinstaat Schweiz übrigens eine hohe mediale Agenda-Setting-Qualität, sprich: Wenn Ueli Maurer «Neger» sagt, bleibt die Kamera ständig auf ihm.

Ich will mir gar nicht ausmalen, was die von der Weltwoche persönlich zum Abschuss freigegebenen Professoren in ihren Mailboxen alles lesen oder sofort in den Spam-Ordner verlegen müssen. Die Weltwoche ruft mit ihrem Titel klar zum persönlichen Angriff auf die Professoren auf. Dass sich diese ein rechtliches Vorgehen überlegen, ist verständlich. Dass sie dies indessen nicht vor der Angst schützt, von irgendeinem rechtspopulistischen Doofen wirklich persönlich angegriffen zu werden, ist ebenso klar.

 Hier müsste der schweizerische Rechtsstaat klare Grenzen setzen und Mittel haben, den Journalisten, der diese Geschichte quasi als Freipass für die persönliche Belästigung, Beschimpfung und Diskretitierung der genannten Professoren aufgeschaltet hat, zu verurteilen. Denn es ist nicht nur üble Nachrede, welche Philipp Gut mit seiner Geschichte betreibt, sondern der Titel: «Vor diesen Professoren wird gewarnt» ruft zur Verfolgung der betroffenen Professoren durch die Öffentlichkeit auf.

Es ist ein Machwerk der übelsten Sorte, welches die Weltwoche publiziert hat. Dass darüber keine klare Urteilskraft, keine Solidarisierung aller Professoren im ganzen Land zugunsten der Verunglimpften stattfindet, lässt auf die grosse Macht der Doofen im Kleinstaate Schweiz schliessen. Sie zeigt auch, dass die Entsolidarisierung aller von allem auch unter Intellektuellenkreisen weit vorangeschritten ist. Stellen Sie sich vor, irgendein Hetzblatt hätte in den 1950er Jahren «Vor diesen Professoren wird gewarnt» publiziert... Eben. Doch 2012 sind selbst die Universitäten - denn der Angriff der Weltwoche richtet sich nicht nur gegen die Uni Zürich - ganz à la Dürrenmatt zu Wärtern und Gefängnisinsassen gleichzeitig mutiert. Dies lässt für die Freiheit des Denkens in diesem Land nichts Gutes ahnen.  

 Kommentare lesen (13 Beiträge)
· PolitisiertJasonBondDo, 18.10.2012 11:54
· Hallo ThomyMidasDi, 16.10.2012 12:45
· Ja, Midas, ...thomyMo, 15.10.2012 18:29
· Völker hört die SignaleMidasMo, 15.10.2012 16:28
· Ins Schwarze getroffen,...KassandraMo, 15.10.2012 14:08
· ... ABER, gerade auch...thomyMo, 15.10.2012 12:07
· Bollwerk-Quatsch!KassandraFr, 12.10.2012 15:03
· ProsriptionKassandraFr, 12.10.2012 14:41
· Interessiert keine Sa* mehrJasonBondFr, 12.10.2012 13:35
· Freiheit in den Unis?PMPMPMDo, 11.10.2012 09:53
» 3 weitere Beiträge
» Mitreden


nachrichten.ch 1

«Ausländer-Kredit» für Investitionen in der Heimat? Immer öfter - gerade auch vor den Ferien - wird das Beratungsteam von kredit.ch angefragt, ob auch in der Schweiz lebende Ausländer die Möglichkeit haben, einen günstigen, fairen Kredit zu erhalten. Fortsetzung




Archiv

Patrik Etschmayer
Gute alte Zeit? Warum die Türe zu bleiben muss!


Peter Achten / Peking
Modell für die ganze Welt?


Regula Stämpfli
Es ändert sich nichts


Patrik Etschmayer
GA-CH: Das Halb-Millionen-Franken Schnäppchen


Peter Achten / Peking
Die Grosse Unordnung


Regula Stämpfli
Markt für Flüchtlinge


Patrik Etschmayer
ROSS for Bundesrat?


Peter Achten
«Verantwortungsvoller Atomstaat»


Regula Stämpfli
Armeechefs ohne Demokratie


Patrik Etschmayer
Tipps zum sicheren Abheben


Peter Achten / Peking
Das Jianbing-Staatsgeheimnis


Regula Stämpfli
Abschied von der Konkordanzschweiz


Peter Achten / Peking
Golf mit proletarischem Schwung


Patrik Etschmayer
Die wahren Verfolgten


Regula Stämpfli
Konzernrecht bricht Verfassungsrecht


Patrik Etschmayer
Initiative für die bedingungslose Briefkastenfirma


Peter Achten / Hanoi
Pho von Frau Lam


Regula Stämpfli
Sozialsystem oder Bedingungslosigkeit


Patrik Etschmayer
Drápas für Diktatoren


Peter Achten / Peking
Krasser SwissTaste


Regula Stämpfli
Maurer-Papers: Volksvertreter? Bankensprecher!


Patrik Etschmayer
Regierung oder Waschmaschine?


Peter Achten / Peking
«Das sind keine Träume»


Regula Stämpfli
Bürokratische Monster


Patrik Etschmayer
Tun als ob ... oder einfach tun, ganz ohne 'ob'


Peter Achten / Peking
Eisenbahn der Superlative


Regula Stämpfli
Kontrollieren mich die Tatsachen?*


Patrik Etschmayer
Erdowie, Erdowo, Erdowan!


Peter Achten / Peking
«Rücksichtslos die Axt anlegen»


Regula Stämpfli
Kampf der Kulturen? Welche Kultur denn?


Patrik Etschmayer
Kurssprung der Angst-Aktien


Peter Achten / Peking
Kleines Geschäftchen in der Grossen Halle


Regula Stämpfli
Lobbys machen Lobbykritik


Patrik Etschmayer
Alternative für Drumpf!


Peter Achten / Peking
Realpolitik pur


Regula Stämpfli
Ideologischer Mehltau


Patrik Etschmayer
Gebrauchtwagenhändler als Präsident!


Peter Achten, Bejing
Probleme im Tiefwasser


Regula Stämpfli
Geldsorgen gefährden Ihre Gesundheit


Patrik Etschmayer
SVP lanciert Ende Jahr EAI (Eliten-Ausschaffungs-Initiative)


Peter Achten / Peking
«Wir sind absolut loyal!»



Saudi-Arabien: Franken hui -Flüchtlinge pfui


Patrik Etschmayer
Und alle zusammen: ChuchiCHexit!


Peter Achten / Peking
«Sehnsucht nach Fussball»


Regula Stämpfli
Frauenkörper und Politik


Patrik Etschmayer
Die 500-Euro Frage


Peter Achten
Neunerprobe für die «Lady»


Regula Stämpfli
Rassismus für Glaubwürdige


Patrik Etschmayer
Hassen in der Blase


Peter Achten / Peking
Affen-Kälte - Affen-Hitze


Regula Stämpfli
Schiessbefehl gegen Journalisten


Patrik Etschmayer
Die Quartals-Realität


Peter Achten
Politisch korrekt und stabil


Regula Stämpfli
Demokratie geht immer


Patrik Etschmayer
Reppy for President?


Peter Achten / Peking
«Sichere» Zigaretten?


Regula Stämpfli
Der Politologe schützt das Volk


Patrik Etschmayer
«Keine Präsenz ohne Honorar»


Peter Achten / Peking
Status Quo mit Distanz


Regula Stämpfli
Im Bett mit Varoufakis


Patrik Etschmayer
Wenn der Bösewicht kein «Joker» ist


Peter Achten / Peking
Regionaler Morast in Ostasien


Regula Stämpfli
Speichelpolizei Bern


Patrik Etschmayer
Wenn der Rand ins Zentrum schleicht


Peter Achten / Peking
Tief einatmen!


Regula Stämpfli
Die Vorteile von Menschen mit Menstruationshintergrund


Patrik Etschmayer
Rückblick auf das nächste Jahr: Teil 2


Peter Achten / Peking
Le Petit Prince à la chinoise


Regula Stämpfli
UBER-Lösung: Die Deklaration der Daten-Unabhängigkeit


Patrik Etschmayer
Rückblick auf das nächste Jahr: Teil 1


Peter Achten / Peking
Hong Kong: Pressefreiheit in Gefahr?


Regula Stämpfli
Die Zeichensprache des Bösen


Patrik Etschmayer
Wo die Wahrheit zum Sterben hin geht


Peter Achten / Peking
Roter Wahlabend in Peking


Regula Stämpfli
Gewählt ist: Hashtag


Patrik Etschmayer
Die faschistische Internationale auf dem Vormarsch


Peter Achten / Peking
Kohl und Kohle - Atemlos


Regula Stämpfli
Einmal Lüge, immer Lüge


Patrik Etschmayer
Sparen wir die Zukunft weg!


Peter Achten / Peking
Der rosarote Hunderter


Regula Stämpfli
Phänomenomics(TM): Viagra übernimmt Botox


Patrik Etschmayer
Mauern mit Donald


Peter Achten
Xi, Obama und das «Great Game»


Regula Stämpfli
Mörderische Ordnungsprinzipien


Patrik Etschmayer
Die Geier des Grauens


Regula Stämpfli
Die Gegenwart der Geschichte


Peter Achten
Dritter Anlauf zur Demokratie



Alles an seinen Platz


Peter Achten / Peking
Nach dem Holz- der Kohle-Ausstieg?


Regula Stämpfli
«Haha» sagt der Clown: Über Dämonen in der Politik


Patrik Etschmayer
Die Suche nach dem Homosexualitäts-Gen: Schwachsinn oder Notwendigkeit?


Peter Achten / Peking
«Es gibt keine Abkürzungen»


Regula Stämpfli
#Wurstgate&Biopolitik


Patrik Etschmayer
Weltuntergangsbeleuchtung oder Chance?


Peter Achten / Peking
Kai Dang Ku - Windelweich


Regula Stämpfli
Rechts«rutsch» dank Finanzkrise


Patrik Etschmayer
Blocher-Clan


Peter Achten / Peking
Grenzen der Armut


Regula Stämpfli
Marke Schweiz: Frauenverhöhnung


Patrik Etschmayer
Akrasia und die Krisen