Donnerstag, 2. Juli 2015
VADIAN.NET, St.Gallen



Nachrichten.ch

Aktuell

Forum


Inland

Die Schweiz schwitzt bei über 35 Grad

GPK untersucht Vorfälle um Strafanstalt Thorberg

Bis der Gemeinsinn in die Röhre starrt

Scharfe Kost in der Hitze für den Bundesrat

Wirtschaft

BP zahlt für Deepwater-Horizon-Unglück

Griechische Philosophie

Viele Schweizer Bienen haben den Winter überlebt

Banken-Ombudsman hatte 2014 etwas weniger zu tun

Ausland

Militärbasis in Washington vorübergehend abgeriegelt

Gericht hebt Suspendierung von Le Pens Parteimitgliedschaft auf

Weitere Festnahmen nach Hotelmassaker

Varoufakis droht mit Rücktritt

Sport

Starker Federer mühelos in der 3. Runde

Rodriguez wird St. Gallen verlassen

Bacsinszky steht im Sechzehntelfinal

Guardiolas Abendessen mit Müller-Wohlfahrt, Bolt und Maldini

Kultur

Maisie Williams: Immer wieder diese Todesliste .

New York wird zum Pilgerort für «The Hunger Games»-Fans

Hohler, Lenz, Capus und Suter an der Buchmesse Olten

Londoner Oper warnt vor Gewaltszene bei Rossini-Inszenierung

Kommunikation

Videoproduzenten könnten auf Facebook bald Geld verdienen

Schwarzes Paar durch Foto-App als Gorillas markiert

Weite Teile der deutschen Regierung durch NSA ausgespäht

Schweiz wird 2016 Partnerland der Computermesse CeBIT

Boulevard

Kourtney Kardashian: Scott muss ausziehen

Online-Mausoleum für getötete Charlie Hebdo-Zeichner

Paul Rudd bekommt seinen Stern auf Hollywoods «Walk of Fame»

Bobbi Kristina: Freundin bestätigt Misshandlungen

Wissen

Stromblackout und Pandemie sind in der Schweiz die Toprisiken

Städte und Gemeinden sollen Kampf gegen Klimawandel voranbringen

Forscher entdecken grosses Saurierskelett in Frick AG

Trubel bekommt den Schleiereulen schlecht

Wetter


Kolumne


Internes

Impressum


Werbung


Publireportagen


Newsfeed


Die veröffentlichten Inhalte sind ausschliesslich zum persönlichen Gebrauch bestimmt. Die Vervielfältigung, Publikation oder Speicherung in Datenbanken, jegliche kommerzielle Nutzung sowie die Weitergabe an Dritte sind nicht gestattet.

Nachrichten.ch (c) Copyright 2015 by news.ch / VADIAN.NET AG

Kolumne


Das Schweigen der Kollegen

bert / Mittwoch, 10. Oktober 2012

Die Weltwoche setzt renommierte Professoren auf ihr Titelbild mit der Schlagzeile: «Vor diesen Professoren wird gewarnt.» Acht namhafte Wissenschaftler und eine renommierte Wissenschaftlerin werden mit skurilen biographischen Hinweisen zum populistischen Abschuss freigegeben. Damit treibt die Weltwoche die Hetze auf Jeden, der es noch wagt, kritisch und frei zu denken, auf den Höhepunkt. Die Entlassung von Prof. Dr. Christoph Mörgeli durch die Universität Zürich sowie die Verlautbarungen der Regierungsrätin Regine Aeppli sind für Aussenstehende tatsächlich nur schwer nachzuvollziehen. Wir werden hoffentlich in den nächsten Wochen mehr über die Zusammenhänge und die arbeitsrechtlichen Auseinandersetzungen erfahren. Mit Cédric Wermuth möchte ich aber auch festhalten, dass gerade der Fall Mörgeli zeigt, wie wichtig es für alle Arbeitnehmenden ist, sich gewerkschaftlich zu organisieren, dass sie gegen missbräuchliche Entlassungen geschützt sind. Selbst der im Fall Mörgeli unverdächtige Jean Ziegler meinte, der Entlassung des SVP-Nationalrates hafte ein «Gschmäckle» und man müsse die akademische Freiheit garantieren.

Die Attacke der Weltwoche gegen kritische Wissenschaftler hingegen, hängt nicht nur ein «Gschmäckle», sondern ein wahrer Pestgeruch an. Sie reiht sich in die Tradition populistischer Verunglimpfung von Kritik, von Deliberation sowie von Intellektualität durch die Rechtsnationalisten und durch die Nationalsozialisten. Es fehlen nur wenige Beiwörter bei der Bezeichnung der zum Abschuss freigegebenen Professoren und der Artikel könnte ebenso gut 1933 wie 2012 publiziert worden sein. Dass diese Hetze gegen einzelne Professoren medial eher mit einem Schulterzucken hingenommen wird, ist eine in der Mediendemokratie verständliche Reaktion. Denn schliesslich sind mittlerweile auch Bad News Good News, weil sie die für die Werbung notwendigen Clicks garantieren. Und ähnlich wie beim umstrittenen Mohammed-Video kann man argumentieren, dass Nicht-Beachtung die beste Strategie gegen Doofheit ist.

 Das Problem ist indessen, dass die Doofen dieser Welt inzwischen unendlich viel Macht haben um via Rhetorik ein Hassklima heraufzubeschwören, das dann tatsächlich Verletzte und Tote produziert. Die Doofen dieser Welt haben gerade im Kleinstaat Schweiz übrigens eine hohe mediale Agenda-Setting-Qualität, sprich: Wenn Ueli Maurer «Neger» sagt, bleibt die Kamera ständig auf ihm.

Ich will mir gar nicht ausmalen, was die von der Weltwoche persönlich zum Abschuss freigegebenen Professoren in ihren Mailboxen alles lesen oder sofort in den Spam-Ordner verlegen müssen. Die Weltwoche ruft mit ihrem Titel klar zum persönlichen Angriff auf die Professoren auf. Dass sich diese ein rechtliches Vorgehen überlegen, ist verständlich. Dass sie dies indessen nicht vor der Angst schützt, von irgendeinem rechtspopulistischen Doofen wirklich persönlich angegriffen zu werden, ist ebenso klar.

 Hier müsste der schweizerische Rechtsstaat klare Grenzen setzen und Mittel haben, den Journalisten, der diese Geschichte quasi als Freipass für die persönliche Belästigung, Beschimpfung und Diskretitierung der genannten Professoren aufgeschaltet hat, zu verurteilen. Denn es ist nicht nur üble Nachrede, welche Philipp Gut mit seiner Geschichte betreibt, sondern der Titel: «Vor diesen Professoren wird gewarnt» ruft zur Verfolgung der betroffenen Professoren durch die Öffentlichkeit auf.

Es ist ein Machwerk der übelsten Sorte, welches die Weltwoche publiziert hat. Dass darüber keine klare Urteilskraft, keine Solidarisierung aller Professoren im ganzen Land zugunsten der Verunglimpften stattfindet, lässt auf die grosse Macht der Doofen im Kleinstaate Schweiz schliessen. Sie zeigt auch, dass die Entsolidarisierung aller von allem auch unter Intellektuellenkreisen weit vorangeschritten ist. Stellen Sie sich vor, irgendein Hetzblatt hätte in den 1950er Jahren «Vor diesen Professoren wird gewarnt» publiziert... Eben. Doch 2012 sind selbst die Universitäten - denn der Angriff der Weltwoche richtet sich nicht nur gegen die Uni Zürich - ganz à la Dürrenmatt zu Wärtern und Gefängnisinsassen gleichzeitig mutiert. Dies lässt für die Freiheit des Denkens in diesem Land nichts Gutes ahnen.  

 Kommentare lesen (13 Beiträge)
· PolitisiertJasonBondDo, 18.10.2012 11:54
· Hallo ThomyMidasDi, 16.10.2012 12:45
· Ja, Midas, ...thomyMo, 15.10.2012 18:29
· Völker hört die SignaleMidasMo, 15.10.2012 16:28
· Ins Schwarze getroffen,...KassandraMo, 15.10.2012 14:08
· ... ABER, gerade auch...thomyMo, 15.10.2012 12:07
· Bollwerk-Quatsch!KassandraFr, 12.10.2012 15:03
· ProsriptionKassandraFr, 12.10.2012 14:41
· Interessiert keine Sa* mehrJasonBondFr, 12.10.2012 13:35
· Freiheit in den Unis?PMPMPMDo, 11.10.2012 09:53
» 3 weitere Beiträge
» Mitreden


nachrichten.ch 1

«Ausländer-Kredit» für Investitionen in der Heimat? Immer öfter - gerade auch vor den Ferien - wird das Beratungsteam von kredit.ch angefragt, ob auch in der Schweiz lebende Ausländer die Möglichkeit haben, einen günstigen, fairen Kredit zu erhalten. Fortsetzung




Archiv

Regula Stämpfli
7500 Euro pro Monat


Patrik Etschmayer
Weiss-Kragen-Terrorismus


Peter Achten / Peking
Wenig Reis, Kartoffeln, Mais und Weizen


Regula Stämpfli
Das N-System:Verboten, aber nicht verschwunden


Patrik Etschmayer
Komet Menschheit


Peter Achten / Peking
Die Pandora-Büchse Hongkong


Regula Stämpfli
§EuGH erlaubt OMT§ oder GeldGott ist rechtens


Patrik Etschmayer
Neidisch auf den IS


Peter Achten / Peking
Lebenslänglich für den Paten


Regula Stämpfli
Was aus FIFA und BP lernen?


Patrik Etschmayer
Beziehungs-Weise?


Peter Achten / Peking
Revolution im Raucherparadies


Regula Stämpfli
On What Matters: Zum Tod von Norbert Neininger


Patrik Etschmayer
Der wahre Verteidiger der Demokratie


Peter Achten / Peking
Der Gewerbe-Pinocchio


Regula Stämpfli
Geschlossene Gesellschaft: Tour de Geldmann



Kultur ist die letzte Chance


Peter Achten
Multipolarer Friede


Regula Stämpfli
Wenn Geld nicht mehr stinken kann


Patrik Etschmayer
Pyromane als Feuerwehrchef


Peter Achten / Peking
Auf der Suche nach Hoffnung


Patrik Etschmayer
Die Schweiz sucht den Super-Lobbyisten


Regula Stämpfli
Causa Markwalder und ihre Folgen


Peter Achten / Peking
«Maritime Demokratie» mit Zukunft


Regula Stämpfli
Behördlicher Hang zum Selbstbetrug


Patrik Etschmayer
Kreditkartenterminal ersetzt Herz


Peter Achten / Peking
Der «kleine Drache» erwacht


Regula Stämpfli
Mephisto als Weichpuppe - Ackermann erneut vor Gericht


Patrik Etschmayer
Sparschwein klammern im Rigor Mortis


Peter Achten / Peking
Der chinesische Schuldenberg


Regula Stämpfli
Lieber zwangsverheiratet als bei Tinder weggewischt


Patrik Etschmayer
Zum Schaden von (fast) allen


Peter Achten / Peking
Chefsache Fussball


Regula Stämpfli
Weshalb Journalisten ihre Jobs verlieren


Patrik Etschmayer
Das Hunger-Jubiläum


Peter Achten / Peking
Zwei Dalai Lamas?


Regula Stämpfli
Die Macht der Magermodels


Patrik Etschmayer
Die vaterländische Speerspitze


Peter Achten / Peking
Asiens neue Zukunft


Regula Stämpfli
Wahlen können Ihre Zukunft gefährden


Patrik Etschmayer
Produkt «Wahrheit»


Peter Achten / Peking
Das Singapur-Modell


Regula Stämpfli
Städte, die nach Gefängnis riechen


Patrik Etschmayer
Die Putinisierung der Schweiz?


Peter Achten / Yangon
Friede und Stabilität gefährdet


Regula Stämpfli
Montecristos Aktualität


Patrik Etschmayer
Solidarität für einen «Knob»


Peter Achten / Peking
Prügel-Orgie und Demokratie


Regula Stämpfli
Apple is Watch(ing) you


Patrik Etschmayer
Klimawandel verboten!


Peter Achten / Peking
«Was ist Smog? Was können wir tun?»


Regula Stämpfli
Schweizer Geschichte - auslaufend


Patrik Etschmayer
Meuchelmord an Humanismus und Aufklärung


Peter Achten / Peking
«Die 4 Umfassenden»


Regula Stämpfli
TTIP: Das Ermächtigungsgesetz Europas


Patrik Etschmayer
Das Winter-Kicker-Kalkül


Peter Achten / Peking
«Das Leben respektieren»


Regula Stämpfli
Die Relevanz der Ombudsstelle


Patrik Etschmayer
Fertig mit dem Lavieren


Peter Achten / Peking
Die Holz-Ziege


Regula Stämpfli
Politik geht durch den Magen


Patrik Etschmayer
Das Diktatoren-Problem


Peter Achten / Peking
Wie rot ist China?


Regula Stämpfli
Du Pornopuppe, ich Imam


Peter Achten
China-Rösti


Regula Stämpfli
Algorithmen verhaften! Now!


Patrik Etschmayer
Gesundheit!


Peter Achten / Peking
«Prinzipienlose Satire - Nein»


Regula Stämpfli
Tells globales Luxusprodukt: Schweizer Franken


Patrik Etschmayer
Der Teer ist schnell aufgewärmt...


Peter Achten/Peking
Kalender-Geschichten


Regula Stämpfli
Das Bild ist nicht unschuldig


Patrik Etschmayer
Charlie, Lassana und ein Trostpreis (der nicht kommen dürfte)


Peter Achten / Yangon
Politischer Kampf auf dem Teak-Parkett


Regula Stämpfli
Gelebter Koran? Nur in Europa und Israel!


Patrik Etschmayer
Leben in der Economy-Class


Peter Achten / Peking
Das «Gelbe Buch der Weltwirtschaft»


Regula Stämpfli
Hollywood und Folter


Patrik Etschmayer
Nicht KI sollte uns fürchten machen, sondern KB


Peter Achten / Peking
Pekinger Metro: Schön und etwas teurer


Regula Stämpfli
2014: Aussitzen ersetzt Verantwortung


Patrik Etschmayer
Annus horribilis - und wie


Peter Achten/ Peking
In Vino Veritas


Regula Stämpfli
Der Börsencrash und seine Folgen in Europa


Patrik Etschmayer
Frohes Explodieren



Träume und Albträume


Regula Stämpfli
Der neoliberale Mopedfahrer


Patrik Etschmayer
Der rutschige Hang


Peter Achten / Peking
Das Buch der Bücher aus China


Regula Stämpfli
Von Plankton, Diven und politischer Macht


Patrik Etschmayer
Zeit für eine Abwechslung


Peter Achten / Peking
7 Prozent plusminus


Regula Stämpfli
Vampirismus im Europäischen Parlament


Patrik Etschmayer
Die verdammte Moral


Peter Achten/ Mandalay
Realpolitik in Myanmar


Regula Stämpfli
Gewalt und Geist


Patrik Etschmayer
Die verdammten Fakten


Peter Achten
Whatsapp Müller - Blüemlisalp Widmer


Regula Stämpfli
Rumänin pfui, Luxemburg hui


Patrik Etschmayer
Die erste Geige im Steuerfluchtkonzert