Sonntag, 14. Februar 2016
VADIAN.NET, St.Gallen



Nachrichten.ch

Aktuell

Forum


Inland

Schweiz soll mit Eritrea Dialog auf Augenhöhe führen

Lassen wir uns nicht in die Zeit vor 1874 zurückkatapultieren - nein zur CVP-Initiative

Massnahmen gegen Tigermücken in Locarno

Essen werden am Valentinstag beliebter als Blumen

Wirtschaft

Blackout steht zum Ausverkauf

Schlechter Start für Pensionskassen

Wachstum in China kurbelt VW-Verkäufe an

Deutsche Bank will eigene Anleihen zurückkaufen

Ausland

Tausende protestieren in Budapest gegen Schulpolitik

FCB-Stürmer Janko engagiert sich in der Politik

Dresdner gedenken Zerstörung der Stadt

Tausende Kurden fordern Freilassung von Öcalan

Sport

Kadetten mit Zittersieg gegen St. Otmar

Belgier wird Nationalcoach Kameruns

Nadal scheitert an Thiem

Kambundji nicht überzeugend

Kultur

Rykka vertritt die Schweiz am ESC

Von Trier kündigt Dreharbeiten zu neuem Film an

Patent Ochsner heimsen drei Pflastersteine ein

Kochen lenkt Katie Holmes ab

Kommunikation

Lehrer darf Facebook in Frankreich verklagen

Tweets als Zutaten für Cocktail-Maschine

Roboter bedient Hotelgäste

Schlauer Thermostat zeigt Energiepreise an

Boulevard

Oberster US-Richter Antonin Scalia ist tot

Papst Franziskus kritisiert Korruption in Mexiko

Liv Tyler verschiebt die Hochzeit

Gewinnzahlen vom 13. Februar

Wissen

ESA schickt dritten Satelliten ins All

AIDS-Impfstoff in Algen herangezüchtet

Wissenschaftler weisen Gravitationswellen nach

Neues Verfahren macht Stress in Zellen sichtbar

Wetter


Kolumne


Internes

Impressum


Werbung


Publireportagen


Newsfeed


Die veröffentlichten Inhalte sind ausschliesslich zum persönlichen Gebrauch bestimmt. Die Vervielfältigung, Publikation oder Speicherung in Datenbanken, jegliche kommerzielle Nutzung sowie die Weitergabe an Dritte sind nicht gestattet.

Nachrichten.ch (c) Copyright 2016 by news.ch / VADIAN.NET AG

Kolumne


Das Schweigen der Kollegen

bert / Mittwoch, 10. Oktober 2012

Die Weltwoche setzt renommierte Professoren auf ihr Titelbild mit der Schlagzeile: «Vor diesen Professoren wird gewarnt.» Acht namhafte Wissenschaftler und eine renommierte Wissenschaftlerin werden mit skurilen biographischen Hinweisen zum populistischen Abschuss freigegeben. Damit treibt die Weltwoche die Hetze auf Jeden, der es noch wagt, kritisch und frei zu denken, auf den Höhepunkt. Die Entlassung von Prof. Dr. Christoph Mörgeli durch die Universität Zürich sowie die Verlautbarungen der Regierungsrätin Regine Aeppli sind für Aussenstehende tatsächlich nur schwer nachzuvollziehen. Wir werden hoffentlich in den nächsten Wochen mehr über die Zusammenhänge und die arbeitsrechtlichen Auseinandersetzungen erfahren. Mit Cédric Wermuth möchte ich aber auch festhalten, dass gerade der Fall Mörgeli zeigt, wie wichtig es für alle Arbeitnehmenden ist, sich gewerkschaftlich zu organisieren, dass sie gegen missbräuchliche Entlassungen geschützt sind. Selbst der im Fall Mörgeli unverdächtige Jean Ziegler meinte, der Entlassung des SVP-Nationalrates hafte ein «Gschmäckle» und man müsse die akademische Freiheit garantieren.

Die Attacke der Weltwoche gegen kritische Wissenschaftler hingegen, hängt nicht nur ein «Gschmäckle», sondern ein wahrer Pestgeruch an. Sie reiht sich in die Tradition populistischer Verunglimpfung von Kritik, von Deliberation sowie von Intellektualität durch die Rechtsnationalisten und durch die Nationalsozialisten. Es fehlen nur wenige Beiwörter bei der Bezeichnung der zum Abschuss freigegebenen Professoren und der Artikel könnte ebenso gut 1933 wie 2012 publiziert worden sein. Dass diese Hetze gegen einzelne Professoren medial eher mit einem Schulterzucken hingenommen wird, ist eine in der Mediendemokratie verständliche Reaktion. Denn schliesslich sind mittlerweile auch Bad News Good News, weil sie die für die Werbung notwendigen Clicks garantieren. Und ähnlich wie beim umstrittenen Mohammed-Video kann man argumentieren, dass Nicht-Beachtung die beste Strategie gegen Doofheit ist.

 Das Problem ist indessen, dass die Doofen dieser Welt inzwischen unendlich viel Macht haben um via Rhetorik ein Hassklima heraufzubeschwören, das dann tatsächlich Verletzte und Tote produziert. Die Doofen dieser Welt haben gerade im Kleinstaat Schweiz übrigens eine hohe mediale Agenda-Setting-Qualität, sprich: Wenn Ueli Maurer «Neger» sagt, bleibt die Kamera ständig auf ihm.

Ich will mir gar nicht ausmalen, was die von der Weltwoche persönlich zum Abschuss freigegebenen Professoren in ihren Mailboxen alles lesen oder sofort in den Spam-Ordner verlegen müssen. Die Weltwoche ruft mit ihrem Titel klar zum persönlichen Angriff auf die Professoren auf. Dass sich diese ein rechtliches Vorgehen überlegen, ist verständlich. Dass sie dies indessen nicht vor der Angst schützt, von irgendeinem rechtspopulistischen Doofen wirklich persönlich angegriffen zu werden, ist ebenso klar.

 Hier müsste der schweizerische Rechtsstaat klare Grenzen setzen und Mittel haben, den Journalisten, der diese Geschichte quasi als Freipass für die persönliche Belästigung, Beschimpfung und Diskretitierung der genannten Professoren aufgeschaltet hat, zu verurteilen. Denn es ist nicht nur üble Nachrede, welche Philipp Gut mit seiner Geschichte betreibt, sondern der Titel: «Vor diesen Professoren wird gewarnt» ruft zur Verfolgung der betroffenen Professoren durch die Öffentlichkeit auf.

Es ist ein Machwerk der übelsten Sorte, welches die Weltwoche publiziert hat. Dass darüber keine klare Urteilskraft, keine Solidarisierung aller Professoren im ganzen Land zugunsten der Verunglimpften stattfindet, lässt auf die grosse Macht der Doofen im Kleinstaate Schweiz schliessen. Sie zeigt auch, dass die Entsolidarisierung aller von allem auch unter Intellektuellenkreisen weit vorangeschritten ist. Stellen Sie sich vor, irgendein Hetzblatt hätte in den 1950er Jahren «Vor diesen Professoren wird gewarnt» publiziert... Eben. Doch 2012 sind selbst die Universitäten - denn der Angriff der Weltwoche richtet sich nicht nur gegen die Uni Zürich - ganz à la Dürrenmatt zu Wärtern und Gefängnisinsassen gleichzeitig mutiert. Dies lässt für die Freiheit des Denkens in diesem Land nichts Gutes ahnen.  

 Kommentare lesen (13 Beiträge)
· PolitisiertJasonBondDo, 18.10.2012 11:54
· Hallo ThomyMidasDi, 16.10.2012 12:45
· Ja, Midas, ...thomyMo, 15.10.2012 18:29
· Völker hört die SignaleMidasMo, 15.10.2012 16:28
· Ins Schwarze getroffen,...KassandraMo, 15.10.2012 14:08
· ... ABER, gerade auch...thomyMo, 15.10.2012 12:07
· Bollwerk-Quatsch!KassandraFr, 12.10.2012 15:03
· ProsriptionKassandraFr, 12.10.2012 14:41
· Interessiert keine Sa* mehrJasonBondFr, 12.10.2012 13:35
· Freiheit in den Unis?PMPMPMDo, 11.10.2012 09:53
» 3 weitere Beiträge
» Mitreden


nachrichten.ch 1

«Ausländer-Kredit» für Investitionen in der Heimat? Immer öfter - gerade auch vor den Ferien - wird das Beratungsteam von kredit.ch angefragt, ob auch in der Schweiz lebende Ausländer die Möglichkeit haben, einen günstigen, fairen Kredit zu erhalten. Fortsetzung




Archiv

Regula Stämpfli
Rassismus für Glaubwürdige


Patrik Etschmayer
Hassen in der Blase


Peter Achten / Peking
Affen-Kälte - Affen-Hitze


Regula Stämpfli
Schiessbefehl gegen Journalisten


Patrik Etschmayer
Die Quartals-Realität


Peter Achten
Politisch korrekt und stabil


Regula Stämpfli
Demokratie geht immer


Patrik Etschmayer
Reppy for President?


Peter Achten / Peking
«Sichere» Zigaretten?


Regula Stämpfli
Der Politologe schützt das Volk


Patrik Etschmayer
«Keine Präsenz ohne Honorar»


Peter Achten / Peking
Status Quo mit Distanz


Regula Stämpfli
Im Bett mit Varoufakis


Patrik Etschmayer
Wenn der Bösewicht kein «Joker» ist


Peter Achten / Peking
Regionaler Morast in Ostasien


Regula Stämpfli
Speichelpolizei Bern


Patrik Etschmayer
Wenn der Rand ins Zentrum schleicht


Peter Achten / Peking
Tief einatmen!


Regula Stämpfli
Die Vorteile von Menschen mit Menstruationshintergrund


Patrik Etschmayer
Rückblick auf das nächste Jahr: Teil 2


Peter Achten / Peking
Le Petit Prince à la chinoise


Regula Stämpfli
UBER-Lösung: Die Deklaration der Daten-Unabhängigkeit


Patrik Etschmayer
Rückblick auf das nächste Jahr: Teil 1


Peter Achten / Peking
Hong Kong: Pressefreiheit in Gefahr?


Regula Stämpfli
Die Zeichensprache des Bösen


Patrik Etschmayer
Wo die Wahrheit zum Sterben hin geht


Peter Achten / Peking
Roter Wahlabend in Peking


Regula Stämpfli
Gewählt ist: Hashtag


Patrik Etschmayer
Die faschistische Internationale auf dem Vormarsch


Peter Achten / Peking
Kohl und Kohle - Atemlos


Regula Stämpfli
Einmal Lüge, immer Lüge


Patrik Etschmayer
Sparen wir die Zukunft weg!


Peter Achten / Peking
Der rosarote Hunderter


Regula Stämpfli
Phänomenomics(TM): Viagra übernimmt Botox


Patrik Etschmayer
Mauern mit Donald


Peter Achten
Xi, Obama und das «Great Game»


Regula Stämpfli
Mörderische Ordnungsprinzipien


Patrik Etschmayer
Die Geier des Grauens


Regula Stämpfli
Die Gegenwart der Geschichte


Peter Achten
Dritter Anlauf zur Demokratie



Alles an seinen Platz


Peter Achten / Peking
Nach dem Holz- der Kohle-Ausstieg?


Regula Stämpfli
«Haha» sagt der Clown: Über Dämonen in der Politik


Patrik Etschmayer
Die Suche nach dem Homosexualitäts-Gen: Schwachsinn oder Notwendigkeit?


Peter Achten / Peking
«Es gibt keine Abkürzungen»


Regula Stämpfli
#Wurstgate&Biopolitik


Patrik Etschmayer
Weltuntergangsbeleuchtung oder Chance?


Peter Achten / Peking
Kai Dang Ku - Windelweich


Regula Stämpfli
Rechts«rutsch» dank Finanzkrise


Patrik Etschmayer
Blocher-Clan


Peter Achten / Peking
Grenzen der Armut


Regula Stämpfli
Marke Schweiz: Frauenverhöhnung


Patrik Etschmayer
Akrasia und die Krisen


Peter Achten / Peking
Zwei-Kind-Familienpolitik?


Regula Stämpfli
Magna Charta 2.0


Patrik Etschmayer
Gekauft von... der Wählerschaft?


Peter Achten / Peking
Chinas Auto-Markt als VW-Retter?


Regula Stämpfli
Durcheinandertal moderner Lebenswelten


Patrik Etschmayer
Game of Cars


Peter Achten / Peking
Chinas Cyberspace - blitzsauber


Regula Stämpfli
SVP-Spitzel von oben


Patrik Etschmayer
Dicke Luft in Wolfsburg



Dreck-Dunst über Südostasien


Regula Stämpfli
Polizeigewalt und Nachrichtenstopp in der «Berner Demokratie»


Patrik Etschmayer
Der schwarze Flüchtlingspeter


Peter Achten
Myanmar: «Kein Grund zur Sorge»


Regula Stämpfli
Die Mittäterschaft namens Aufmerksamkeit


Patrik Etschmayer
Wie Winston Alyan ertränkte


Peter Achten
Genossen zum Gruss!


Regula Stämpfli
Bei Bezahlung: Legal foltern?


Patrik Etschmayer
Verkehrte Welt


Peter Achten / Peking
Hiob in China


Regula Stämpfli
Das schöne neue ALPHABET: «Rassenschande»


Patrik Etschmayer
Weiss sein ist gesund (und Mann sein auch)


Peter Achten / Peking
Megalopolis - Avantgarde der Reform?


Regula Stämpfli
Vodoo-Politologie: Das «Es» wählt...


Patrik Etschmayer
Ruhestand für Atom-Opa


Peter Achten
Monsun, Holzschlag, Politik


Regula Stämpfli
Der eiserne Finanzminister



Auf der Suche nach der Schweizer Zeit(zone)


Peter Achten
Orgien der Gewalt


Regula Stämpfli
Staatssender gibt Wahlempfehlungen ab


Patrik Etschmayer
Wirtschaft säkularisieren


Peter Achten
Pferde, Ringer, Pfeil und Bogen


Regula Stämpfli
CH-Pudding an die Wand nageln


Patrik Etschmayer
Partner mit schlechtem Ruf


Peter Achten
Friedliche Pandas


Regula Stämpfli
EUGH fördert Schwermetalle in Kinderspielzeugen


Patrik Etschmayer
Das geronnene Aso-Gen


Peter Achten / Beijing
Partei der Gütergemeinschaft


Patrik Etschmayer
Troja in Zürich


Regula Stämpfli
SVP und ihre Kekspolitik


Peter Achten / Peking
Der Tanz der alten Damen


Regula Stämpfli
Der Pate & Die Sopranos in Hellas


Patrik Etschmayer
Sommerloch-Blues


Peter Achten / Peking
Mongolei: Phase der Konsolidierung


Regula Stämpfli
7500 Euro pro Monat


Patrik Etschmayer
Weiss-Kragen-Terrorismus


Peter Achten / Peking
Wenig Reis, Kartoffeln, Mais und Weizen


Regula Stämpfli
Das N-System:Verboten, aber nicht verschwunden