Montag, 1. September 2014
VADIAN.NET, St.Gallen



Nachrichten.ch

Aktuell

Forum


Inland

AKW Beznau - sofortige Ausserbetriebnahme gefordert

Luzerner Gemeinden: Neue Plätze für Asylsuchende

Nichtübertragbare Krankheiten kosten Milliarden

Ecopop-Initianten dürfen «Birkenstock-Rassisten» genannt werden

Wirtschaft

Novartis gab Nebenwirkungen zu spät bekannt

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Cembra Money Bank

SCB wirtschaftlich top - trotz Playout

Ruag verkauft zivile Technologie statt Rüstungsgüter

Ausland

Libysche Übergangsregierung verliert Kontrolle über Tripolis

Heftige Kämpfe zwischen syrischer Armee und Rebellen auf Golanhöhen

Terrormiliz IS: Verbrechen gegen Menschlichkeit

Palästinensische Autonomiebehörde will Hamas-Löhne auszahlen

Sport

Javier Hernandez von ManU zu Real Madrid

Lille holt Frey als Ersatz für Kalou

André Bossert nur von Colin Montgomerie bezwungen

Federer startet 2015 wieder in Brisbane

Kultur

Juliette Lewis hatte frühe Schauspiel-Ambitionen

Pitbull mit bizarren Festival-Anforderungen

KING BUZZO & PHILM in der Roten Fabrik

«Eidgenössisches» der Scheller und Trychler

Kommunikation

Surface Pro 3: Hybrid-Tablet für Business-User

Kate Uptons Anwalt reagiert auf Nacktfoto-Skandal

Zwei Drittel der Internet-User streamen regelmässig

Smartphone wird zum Organspenderausweis

Boulevard

Online-Games fördern englischen Wortschatz

Gareth Pugh ist ein Fan von Veränderungen

Zwei Flugzeuge von Elvis Presley stehen zum Verkauf

Mary Katrantzou mit «skurriler» Kollektion

Wissen

Neue Pflanzenkrankheiten bedrohen Kartoffeln

«Nao-Roboter» unterstützt Kinder mit Autismus

Hirnstimulation verbessert Gedächtnisleistung

Montagelinie im Nano-Format

Wetter


Kolumne


Internes

Impressum


Werbung


Publireportagen


Newsfeed


Die veröffentlichten Inhalte sind ausschliesslich zum persönlichen Gebrauch bestimmt. Die Vervielfältigung, Publikation oder Speicherung in Datenbanken, jegliche kommerzielle Nutzung sowie die Weitergabe an Dritte sind nicht gestattet.

Nachrichten.ch (c) Copyright 2014 by news.ch / VADIAN.NET AG

Kolumne


Das Schweigen der Kollegen

bert / Mittwoch, 10. Oktober 2012

Die Weltwoche setzt renommierte Professoren auf ihr Titelbild mit der Schlagzeile: «Vor diesen Professoren wird gewarnt.» Acht namhafte Wissenschaftler und eine renommierte Wissenschaftlerin werden mit skurilen biographischen Hinweisen zum populistischen Abschuss freigegeben. Damit treibt die Weltwoche die Hetze auf Jeden, der es noch wagt, kritisch und frei zu denken, auf den Höhepunkt. Die Entlassung von Prof. Dr. Christoph Mörgeli durch die Universität Zürich sowie die Verlautbarungen der Regierungsrätin Regine Aeppli sind für Aussenstehende tatsächlich nur schwer nachzuvollziehen. Wir werden hoffentlich in den nächsten Wochen mehr über die Zusammenhänge und die arbeitsrechtlichen Auseinandersetzungen erfahren. Mit Cédric Wermuth möchte ich aber auch festhalten, dass gerade der Fall Mörgeli zeigt, wie wichtig es für alle Arbeitnehmenden ist, sich gewerkschaftlich zu organisieren, dass sie gegen missbräuchliche Entlassungen geschützt sind. Selbst der im Fall Mörgeli unverdächtige Jean Ziegler meinte, der Entlassung des SVP-Nationalrates hafte ein «Gschmäckle» und man müsse die akademische Freiheit garantieren.

Die Attacke der Weltwoche gegen kritische Wissenschaftler hingegen, hängt nicht nur ein «Gschmäckle», sondern ein wahrer Pestgeruch an. Sie reiht sich in die Tradition populistischer Verunglimpfung von Kritik, von Deliberation sowie von Intellektualität durch die Rechtsnationalisten und durch die Nationalsozialisten. Es fehlen nur wenige Beiwörter bei der Bezeichnung der zum Abschuss freigegebenen Professoren und der Artikel könnte ebenso gut 1933 wie 2012 publiziert worden sein. Dass diese Hetze gegen einzelne Professoren medial eher mit einem Schulterzucken hingenommen wird, ist eine in der Mediendemokratie verständliche Reaktion. Denn schliesslich sind mittlerweile auch Bad News Good News, weil sie die für die Werbung notwendigen Clicks garantieren. Und ähnlich wie beim umstrittenen Mohammed-Video kann man argumentieren, dass Nicht-Beachtung die beste Strategie gegen Doofheit ist.

 Das Problem ist indessen, dass die Doofen dieser Welt inzwischen unendlich viel Macht haben um via Rhetorik ein Hassklima heraufzubeschwören, das dann tatsächlich Verletzte und Tote produziert. Die Doofen dieser Welt haben gerade im Kleinstaat Schweiz übrigens eine hohe mediale Agenda-Setting-Qualität, sprich: Wenn Ueli Maurer «Neger» sagt, bleibt die Kamera ständig auf ihm.

Ich will mir gar nicht ausmalen, was die von der Weltwoche persönlich zum Abschuss freigegebenen Professoren in ihren Mailboxen alles lesen oder sofort in den Spam-Ordner verlegen müssen. Die Weltwoche ruft mit ihrem Titel klar zum persönlichen Angriff auf die Professoren auf. Dass sich diese ein rechtliches Vorgehen überlegen, ist verständlich. Dass sie dies indessen nicht vor der Angst schützt, von irgendeinem rechtspopulistischen Doofen wirklich persönlich angegriffen zu werden, ist ebenso klar.

 Hier müsste der schweizerische Rechtsstaat klare Grenzen setzen und Mittel haben, den Journalisten, der diese Geschichte quasi als Freipass für die persönliche Belästigung, Beschimpfung und Diskretitierung der genannten Professoren aufgeschaltet hat, zu verurteilen. Denn es ist nicht nur üble Nachrede, welche Philipp Gut mit seiner Geschichte betreibt, sondern der Titel: «Vor diesen Professoren wird gewarnt» ruft zur Verfolgung der betroffenen Professoren durch die Öffentlichkeit auf.

Es ist ein Machwerk der übelsten Sorte, welches die Weltwoche publiziert hat. Dass darüber keine klare Urteilskraft, keine Solidarisierung aller Professoren im ganzen Land zugunsten der Verunglimpften stattfindet, lässt auf die grosse Macht der Doofen im Kleinstaate Schweiz schliessen. Sie zeigt auch, dass die Entsolidarisierung aller von allem auch unter Intellektuellenkreisen weit vorangeschritten ist. Stellen Sie sich vor, irgendein Hetzblatt hätte in den 1950er Jahren «Vor diesen Professoren wird gewarnt» publiziert... Eben. Doch 2012 sind selbst die Universitäten - denn der Angriff der Weltwoche richtet sich nicht nur gegen die Uni Zürich - ganz à la Dürrenmatt zu Wärtern und Gefängnisinsassen gleichzeitig mutiert. Dies lässt für die Freiheit des Denkens in diesem Land nichts Gutes ahnen.  

 Kommentare lesen (13 Beiträge)
· PolitisiertJasonBondDo, 18.10.2012 11:54
· Hallo ThomyMidasDi, 16.10.2012 12:45
· Ja, Midas, ...thomyMo, 15.10.2012 18:29
· Völker hört die SignaleMidasMo, 15.10.2012 16:28
· Ins Schwarze getroffen,...KassandraMo, 15.10.2012 14:08
· ... ABER, gerade auch...thomyMo, 15.10.2012 12:07
· Bollwerk-Quatsch!KassandraFr, 12.10.2012 15:03
· ProsriptionKassandraFr, 12.10.2012 14:41
· Interessiert keine Sa* mehrJasonBondFr, 12.10.2012 13:35
· Freiheit in den Unis?PMPMPMDo, 11.10.2012 09:53
» 3 weitere Beiträge
» Mitreden


nachrichten.ch 1

«Ausländer-Kredit» für Investitionen in der Heimat? Immer öfter - gerade auch vor den grossen Sommerferien - wird das Beratungsteam von kredit.ch angefragt, ob auch in der Schweiz lebende Ausländer die Möglichkeit haben, einen günstigen, fairen Kredit zu erhalten. Fortsetzung




Archiv

Peter Achten
Gaotie - Träumende Ingenieure


Regula Stämpfli
Voltaire gegen Die Früchte des Zorns


Patrik Etschmayer
Distanzieren, was das Zeug hält


Peter Achten
English First - wirklich?


Regula Stämpfli
Wenn Penisse sprechen, verstummt die Demokratie


Patrik Etschmayer
Lockere Hosenladen und digitale Inkompetenz


Peter Achten
Der letzte Sargnagel?


Regula Stämpfli
Landesrecht vor Freihandel



Gesunde Distanz


Peter Achten
Meister Kang im freien Fall


Regula Stämpfli
Globales Vorbild: Argentinische Mütter und Grossmütter


Patrik Etschmayer
Der Tod des Sommerlochs


Peter Achten
«Nationale Schande»


Regula Stämpfli
Wie dem Land die Kuhschweizer ausgehen


Peter Achten
Marxist, Muslim, Hindu: Asiatische Experimente


Reta Caspar
Caritas-Legende


Regula Stämpfli
Einige Tote sind gleicher als andere ...


Peter Achten
Marxismus hin, Marxismus her


Regula Stämpfli
Die EU-Kommission des Schreckens


Patrik Etschmayer
Von der Kindersarg-Lobby


Peter Achten
Ohne Guanxi: Banca Rotta


Regula Stämpfli
Fussballtaugliches Jodeln


Peter Achten
«Jokowi» und der General


Regula Stämpfli
(Un)Sichtbarkeit von Frauen


Patrik Etschmayer
Das wirklich Furchterregende war nicht der Versuch von Facebook


Peter Achten
Dünne Luft


Regula Stämpfli
Das Recht schützt die Freiheit



Der erste selbstdenkende Politiker


Peter Achten
Die Fussball-Wühlmaus


Regula Stämpfli
Artgerechte Art?



Die Früchte des Pfusches


Peter Achten
Pflaumen und Zwetschgen


Patrik Etschmayer
Wer ist da unnatürlich?


Regula Stämpfli
Weltmeister im Wegsehen


Peter Achten
Terror in Xinjiang


Regula Stämpfli
Im Westen nichts Gutes


Patrik Etschmayer
Europas Abwracker


Peter Achten
Tiananmen 89: Unbewältigte Vergangenheit


Regula Stämpfli
Jeder Goldküste ihr Pülverchen


Patrik Etschmayer
Das doppelte Hänschen


Peter Achten
Birma: Brisanter Zensus


Regula Stämpfli
Über jeden Zweifel erhaben


Patrik Etschmayer
Konzeptloser Luftkrieger


Peter Achten
Fussball vs. Kricket 1:0


Regula Stämpfli
Juristischer Schutzwall im Digitalen: EuGH gegen Google et al.


Patrik Etschmayer
«The Wurst Case Scenario»


Peter Achten
Es stinkt zum Himmel


Regula Stämpfli
Lügen haben wahre Beine.


Patrik Etschmayer
Mediales Pseudodemokratie-Spielchen


Peter Achten
Die neue Reisschale


Regula Stämpfli
Barack Macbeth und die Wallstreet Company


Patrik Etschmayer
Der Kampf um Ikea «Parlamenten»


Peter Achten
Win Tin - Moralische Instanz


Regula Stämpfli
Freiheit für die Journaille statt für den Luftraum


Patrik Etschmayer
Die kognitive PS-Dissonanz


Peter Achten
«Senioren» und Alte


Regula Stämpfli
Darwins Fehlplatzierung in der Demoskopie


Patrik Etschmayer
Energiepolitischer Weckruf von Putin


Peter Achten
Blaue Revolution


Regula Stämpfli
Verleugnen, Unterbrechen, Herabsetzen und Täuschen


Patrik Etschmayer
Reiskörner, Zinseszinsen und die ewige Krise


Peter Achten
Ein Land, drei Hauptstädte


Regula Stämpfli
Die Gauck´sche Demokratiekurve


Patrik Etschmayer
Finde den April-Scherz!


Peter Achten
Harte oder weiche Landung?


Regula Stämpfli
Blut und Spiele


Patrik Etschmayer
Die Erben der «Arche B»


Peter Achten
Kreative Smog-Versicherung


Regula Stämpfli
Wenn Gas zu Wasser wird


Patrik Etschmayer
Unsittlicher Wellenschlag


Peter Achten
Putin auf der «Achse des Bösen»


Regula Stämpfli
Naturbelassene gegen GenReiche


Patrik Etschmayer
Wenn Waffeln, dann auch Waffen!


Peter Achten
Die «Zwei Grossen»: Schein und Ersatz?


Regula Stämpfli
Anleitung zur Korruption


Patrik Etschmayer
Ewiges Drama Ukraine


Peter Achten
Entwicklungshilfe: Eine Erfolgsgeschichte?


Regula Stämpfli
Über den Tod und den Sex


Patrik Etschmayer
Das verängstigte Hundertstel Prozent


Peter Achten
Sodom, Gomorrha und Dongguan


Regula Stämpfli
Medien reden gerne SVP


Patrik Etschmayer
SwiZZ! - Vom Bürger zum Shareizen!


Peter Achten
Die Friedliche Insel


Patrik Etschmayer
Vom Verlierer an einen Ausländer


Regula Stämpfli
Die Champagnerkorken knallen auch in Brüssel


Peter Achten
Maskenfreies Spazifizieren


Regula Stämpfli
Verfehlte Pflästerlipolitik


Patrik Etschmayer
Plumpsen vom Moralgaul


Peter Achten
«Viel frische Luft» am Masik-Pass


Regula Stämpfli
La grande Illusion


Patrik Etschmayer
Kotzbrocken oder nicht ist völlig egal


Regula Stämpfli
Bildungspuppen im Geld-Elfenbeinturm


Patrik Etschmayer
Wenn Zottel rechnet


Peter Achten
Geiz ist geil


Regula Stämpfli
Verhängnisvolle Affäre eines politischen Hallodri


Patrik Etschmayer
Coming out, Leinenhemden und Wollhosen


Peter Achten
Wir haben ein Problem


Patrik Etschmayer
Zum Aufwärmen nach Alaska


Regula Stämpfli
Wo liegt Ungarn?


Peter Achten
Kinder, Tochter, Sohn